
Die 18-jährige Todesschützin im kanadischen British Columbia hatte psychische Probleme. Das teilte die kanadische Polizei mit. Demnach war sie in der Vergangenheit mehrfach wegen ihres Geisteszustands
in Gewahrsam genommen worden. Die Täterin, die männlich geboren wurde, aber seit sechs Jahren als Frau lebte, tötete demnach zunächst ihre 39-jährige Mutter und ihren elfjährigen Stiefbruder. Anschließend erschoss sie in der Schule eine 39-jährige Lehrerin sowie fünf Schüler im Alter von zwölf und 13 Jahren. Anschließend tötete sie sich selbst.
Bei dem Amoklauf am Dienstag in Tumbler Ridge, einer 2400-Einwohner-Gemeinde 670 Kilometer Luftlinie nordöstlich von Vancouver starben damit insgesamt neun Menschen, etwa zwei Dutzend weitere wurden verletzt. Zwei Schwerverletzte im Alter von zwölf und 19 Jahren werden noch im Krankenhaus behandelt. Polizisten, die zwei Minuten nach dem Notruf am Tatort eintrafen, wurden sofort beschossen, bevor sie die Täterin tot auffanden.
Amokläufe an kanadischen Schulen sind äußerst selten
Die Tat löste landesweit Schock und Trauer aus. Amokläufe an Schulen sind in Kanada im Gegensatz zu den USA äußerst selten. Premierminister Mark Carney zeigte sich sichtlich erschüttert. Die Gemeinde stehe für das Beste in Kanada, sagte er nach einer Schweigeminute im Parlament. Carney sagte eine Europareise ab und ordnete eine siebentägige Trauerbeflaggung an. Auch
der britische König Charles, das Staatsoberhaupt Kanadas, zeigte sich tief schockiert und traurig.
Kanada hat strengere Waffengesetze als die
USA, der Besitz von Schusswaffen ist jedoch mit einer Lizenz möglich. Die Waffenlizenz der Täterin war 2024 abgelaufen. Die Polizei hatte vor etwa zwei Jahren Schusswaffen aus dem Haus der Familie beschlagnahmt, diese aber nach einem erfolgreichen Widerspruch des Besitzers zurückgegeben. Am Tatort wurden ein Gewehr und eine modifizierte Handfeuerwaffe sichergestellt. Der Amoklauf ist einer der tödlichsten in der Geschichte Kanadas.
Laut einer Mitteilung auf der Internetseite der Schule bleiben sowohl die Grundschule als auch die weiterführende Schule für den Rest der Woche geschlossen.
