
Wer sich mit einer Schniefnase herumschlägt, fragt sich bei den ersten warmen Tagen: Virus oder Heuschnupfen? Woran Sie den Unterschied erkennen und was der Blick ins Taschentuch verrät.
Vielerorts kann sich in den nächsten Tagen über Sonne gefreut werden. Temperaturen klettern auf um die 18 Grad. Wer Heuschnupfen hat, kennt ungetrübte Vorfreude auf den Frühling allerdings oft nicht: Dann beginnt wieder die Zeit, die ohne Allergietabletten und Taschentücher kaum zu überstehen ist.
Den Daten der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst zufolge sind Hasel- und Erlenpollen in Teilen Deutschlands bereits unterwegs. Läuft Allergikern jetzt die Nase, müssen aber nicht zwangsläufig Pollen die Übeltäter sein. Es kann auch ein Infekt dahinterstecken, die Erkältungszeit ist bisher nicht vorbei. Wie lässt sich beides unterscheiden?
Ein Anhaltspunkt ist die Farbe des Sekrets, das da im Taschentuch gelandet ist: Bei einer Erkältung ist es typischerweise gelblich bis grünlich, wie der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) erklärt.
Anders bei einem Heuschnupfen: Hier ist es in aller Regel klar. Oft ist das Sekret bei einer Allergie auch flüssiger, während es bei einem Infekt zäher ist – Stichwort: verstopfte Nase. Für eine Pollenallergie sprechen häufige, anfallsartige Niesattacken. Sie treten typischerweise draußen auf oder beim Verlassen eines Raumes, so der DAAB. Bei einer Erkältung hingegen tritt Niesen eher vereinzelt auf.
Es kribbelt an Nase, Augen oder Rachen? Klingt ganz nach einer Pollenallergie. Denn eine Erkältung hat in aller Regel keine juckenden Schleimhäute im Gepäck.
Was insbesondere für alle, die auf früh fliegende Pollen reagieren, jetzt sinnvoll ist: (wieder) regelmäßig die Pollenflugvorhersagen checken. Auch das hilft bei der Einschätzung, ob die laufende Nase wohl dem Blütenstaub zuzuschreiben ist.
Was hilft, wenn’s kribbelt
Informationen zum Pollenflug bekommt man in der kostenlosen „Pollen App“ der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. Außerdem bietet der Deutsche Wetterdienst einen Pollenflug-Gefahrenindex an, der die hierzulande acht wichtigsten Pollen abdeckt.
Pollenallergiker können die lästigen Symptome mit sogenannten Antihistaminika lindern, die es in Form von Tabletten, Augentropfen und Nasensprays gibt. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um zu prüfen: Bin ich noch gut mit Allergiemedikamenten ausgestattet?
Wichtig für die Betroffenen: Die Medikamente sollten nicht nur bei akuten Symptomen angewendet werden, sondern über die gesamte Dauer der Pollensaison hinweg, so der Allergieinformationsdienst des Helmholtz-Zentrums München. Wann genau man am besten mit der Einnahme startet, bespricht man vorzugsweise individuell mit Arzt oder Ärztin.
Dass Pollenallergiker bereits im Januar erste Probleme mit tränenden Augen und laufender Nase haben, ist laut Experten inzwischen nicht mehr ungewöhnlich. Die laufende Blüte von Hasel und Erle werde durch die steigenden Temperaturen entsprechend intensiviert, sagt Christina Endler vom Zentrum für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes.
„Sonne und milde Temperaturen werden den Pollenflug deutlich begünstigen“, so Endler. Die überlappende Belastung durch Hasel und Erle komme in diesem Jahr im Flächenmittel aber wenige Tage später als im Vorjahr. Der Grund: Kühles Wetter im Januar.
Die Saison habe vereinzelt schon im Dezember mit ersten Blühmeldungen von Haseln begonnen, sagt Endler. Dann wurde es wieder kälter, das habe die Pflanzenentwicklung ausgebremst. Die Pollen-Hauptsaison stehe den Allergikern allerdings noch bevor. Diese werde wahrscheinlich Ende Februar oder im März einsetzen.
dpa/lkl
