Alkohol, Fleisch, Süßigkeiten: So fasten Münchens Promis

Während die Polit-Prominenz rund um Markus Söder, Hubert Aiwanger und Co. auf dem Nockherberg traditionell für alle sichtbar in den ersten Tischreihen Platz nimmt (oder nehmen muss), haben es Schauspieler, Kabarettisten und Musiker am Mittwochabend ausnahmsweise einmal deutlich entspannter.

Nockherberg: Hier sitzen die Promis beim Salvator-Anstich

Bekannte Gesichter wie Michaela May, Hannes Ringlstetter oder Brigitte Hobmeier sitzen ausnahmsweise einmal nicht auf dem Präsentierteller und dürfen das Spektakel von ihren „Promi-Tischen“ aus – deutlich weiter hinten im Saal – gelassen und zwischen üppig gefüllten Brotzeitbrettln, kastanienbraunem Salvator in den Steinkrügen und zentimeterdickem Obazda auf den Brezn verfolgen.

Wobei – ist nicht eigentlich noch Fastenzeit? Ob und mit wie viel Appetit die VIPs am Mittwochabend zugelangt haben und wer überhaupt fastet – die AZ zu Tisch mit den Promis am Nockherberg.

Eva Karl Faltermeier: Die Kabarettistin ist mit Fasten längst fertig

Wenn die große Masse erst beginnt, ist Kabarettistin Eva Karl Faltermeier zum Glück schon wieder fertig: „Ich faste eigentlich immer im Januar, weil ich meistens zwischen Weihnachten und Neujahr meine einzige freie Zeit im Jahr hab“, sagt sie der AZ. „Und dann lump’ I so krass, dass mir am 6. Januar nur noch schlecht ist und ich Sodbrennen hab.“

Ab Heilig-Drei-König bis zum 7. Februar ist die Oberpfälzerin dann nach eigenen Aussagen komplett brav. Worauf sie verzichtet? „Alkohol und Fleisch. Und das halte ich dann schon durch. Sind ja zum Glück bloß vier Wochen.“

Martin Frank: „Ich bin der schlechteste Faster aller Zeiten“

Anders hält es Kabarett-Kollege Martin Frank. Der Senkrechtstarter aus Niederbayern hatte eigentlich gute Absichten, wie er erzählt: „Ich hab versucht, Süßigkeiten zu fasten –  bin aber mittags am Aschermittwoch schon gescheitert. Ich bin der schlechteste Faster aller Zeiten, glaube ich“, gibt sich Martin Frank selbstkritisch.

Wobei: Eigentlich seien Süßigkeiten ja eh sein einziges Laster: „Ich trink’ keinen Alkohol, ich trink’ keinen – ich faste eh ständig so viel!“

Leslie Mandoki: Warum die Musiklegende „noch nie alkoholisiert“ war

Auch Musik-Legende Leslie Mandoki hält nichts vom „martialischen Fasten“ und greift am Nockherberg durchaus zum Starkbier (mit einem respektablen Alkoholgehalt von 7,9 Prozent): „Natürlich – ich bin ja Musiker“, sagt er der AZ, lacht – relativiert seine Aussage aber gleich wieder: „Ich kann ehrlich sagen, ich war noch nie alkoholisiert.“

Musiker Leslie Mandoki ist dem Starkbier am Nockherberg nicht abgeneigt - kennt aber immer sein Limit.
Musiker Leslie Mandoki ist dem Starkbier am Nockherberg nicht abgeneigt – kennt aber immer sein Limit.
© Frank Hoermann/imago
Musiker Leslie Mandoki ist dem Starkbier am Nockherberg nicht abgeneigt – kennt aber immer sein Limit.

von Frank Hoermann/imago

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Gerade in der Musikbranche – schwer vorstellbar. „Genau das ist der Punkt“, so Mandoki im Gespräch mit der AZ. „Ich kenne so viele Tragödien in meiner Branche – da wollte ich nie die Kontrolle verlieren.“

Passend zum Thema nimmt er auch die Fastenzeit nicht so „bierernst“. Aber: „Es ist eine willkommene Möglichkeit, mal ein bisschen abzunehmen. Ich esse disziplinierter und schlage bei Fleisch nicht so zu.“

 Dieser Kabarettist ist mehr der Wein-, als der Biertrinker

Mit Starkbier bringt man hingegen Kabarettist und Freund des Fastenpredigers Stephan Zinner, Hannes Ringlstetter, nicht in Versuchung: Fasten tut er nicht, sagt er der AZ – „aber ich trink’ ehrlich gesagt kein Starkbier. Ich vertrag’s einfach ned, das ist mir zu heavy und auch zu süß.“ Bier generell macht den Münchner nur selten froh – wenn überhaupt, „nur alkoholfrei“: „Ich bin eher der Weintrinker.“

Bier fasten sie schonmal nicht: Die Schauspiel-Kollegen Johannes Berzl und Laura Mandokibeim Starkbieranstich am Nockherberg.
Bier fasten sie schonmal nicht: Die Schauspiel-Kollegen Johannes Berzl und Laura Mandokibeim Starkbieranstich am Nockherberg.
© BrauerPhotos/G.Nitschke
Bier fasten sie schonmal nicht: Die Schauspiel-Kollegen Johannes Berzl und Laura Mandokibeim Starkbieranstich am Nockherberg.

von BrauerPhotos/G.Nitschke

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Michaela May kritisch: „Muss bissl auf meine Figur achten“

Für Schauspielerin Michaela May ist hingegen das ganze Jahr lang Fastenzeit, wie sie selbst sagt: „Ich muss immer ein bissl auf meine Figur aufpassen“, gibt sich die 73-Jährige selbstkritisch, obwohl sie am Mittwochabend im roten Dirndl eine super Figur macht. Ihr Weg: „Ich frühstücke nicht.“

Prost! Die Schuauspielerinnen Jutta Speidel (l.) und Michaela May feiern am Mittwochabend auf dem Nockherberg fleißig mit.
Prost! Die Schuauspielerinnen Jutta Speidel (l.) und Michaela May feiern am Mittwochabend auf dem Nockherberg fleißig mit.
© ABR-Pictures/Frank Rollitz
Prost! Die Schuauspielerinnen Jutta Speidel (l.) und Michaela May feiern am Mittwochabend auf dem Nockherberg fleißig mit.

von ABR-Pictures/Frank Rollitz

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Christian Ude: Lieber Fastenbrechen statt Fasten

Münchens Alt-OB Christian Ude wiederum überlässt das Fasten „lieber den Gläubigen alleine“, sagt er der AZ noch zu Beginn der Veranstaltung. Zudem habe er zahlreiche türkische Freunde: „Die laden einen ja immer nur zum Fastenbrechen ein und nie zum Fasten – was ich wahnsinnig gastfreundlich und liebenswert finde.“

Alt-Ob Christian Ude überlasst das Fasten lieber den Gläubigen, sagt er der AZ.
Alt-Ob Christian Ude überlasst das Fasten lieber den Gläubigen, sagt er der AZ.
© Michael Tinnefeld/API
Alt-Ob Christian Ude überlasst das Fasten lieber den Gläubigen, sagt er der AZ.

von Michael Tinnefeld/API

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Wenn die Feierlichkeiten nicht wären – dann fiele Eberhofer-Star Johannes Berzl das Fasten deutlich leichter: „Aber dann hat doch immer wieder jemand Geburtstag!“ Das Fasten steht bei ihm ohnehin nicht an erster Stelle, sagt der Schauspieler: „Aber bissl mehr Sport steht wieder an, jetzt vorm Sommer.“