Alexander Zverev gewinnt Auftakt bei den Australian Open

Alexander Zverev in der 1. Runde der Australien Open

Stand: 18.01.2026 08:20 Uhr

Alexander Zverev ist bei den Australian Open mit einem 6:7, 6:1, 6:4, 6:2-Sieg über Gabriel Diallo in die zweite Runde eingezogen. Dabei hatte er nur am Anfang Schwierigkeiten.

Vielleicht sollte Alexander Zverev seine On-Court-Interviews mit Andrea Petkovic demnächst vor dem Spiel machen statt nachher, das würde definitiv die Spannung lösen. „Wir beiden können ja echt kein normales Interview führen“, flachste Zverev nach dem Spiel in Richtung seiner deutschen Ex-Kollegin. Wie immer neckten sich die beiden humorvoll und ironisch, ganz zum Vergnügen der Zuschauer in der Rod-Laver-Arena. Die Frage „Was hast du nach dem ersten Satz anders gemacht?“ konterte Zverev mit einem lachenden „Naja, schlechter konnte es ja nicht mehr werden.“ Die Stimmung war sichtlich locker, ganz anders als zu Beginn des Matches.

Der Deutsche wirkte merklich angespannt. Vielleicht weil er wusste, was auf ihn zukommt. Ein zwei Meter großer Aufschlag-Riese, der auch noch ganz gut Tennis spielen kann, stand ihm gegenüber. Eine erste Kostprobe von diesem Paket bekam Zverev gleich im ersten Spiel, in dem er keinen einzigen Aufschlag seines Gegners ins Feld zurückbringen konnte. Gabriel Diallo war sofort da, Zverev lange nicht. Und so stand es schnell 1:4, Zverev wirkte nicht bei sich, haderte vor allem mit seiner Vorhand.

Die Vorhand machte Sorgen

Ein kurzes Konzentrationsloch von Diallo brachte Zverev allerdings wieder ran, und so ging es in den Tie-Break. Und der war ein Spiegelbild des ersten Satzes: Zverev trug seine sporadischen Netzangriffe nicht mit voller Überzeugung vor, und von der Grundlinie machte weiter seine Vorhand Sorgen, neun unerzwungene Vorhandfehler im ersten Satz, ein geschmissener Schläger, ein Fluch auf Russisch, Zverev merkte man immer noch die Anspannung an. Diallo brachte den Tie-Break souverän mit 7:1 ins Ziel, er war der konzentriertere, aktivere, bessere Spieler im ersten Satz und führte verdient mit 1:0.

Das änderte sich im wahrsten Sinne des Wortes schlagartig mit Beginn des zweiten Satzes. Diallo machte kaum noch freie Punkte mit seinem Aufschlag, Zverev hatte sich deutlich besser eingestellt und so gelangen dem Deutschen gleich zwei Breaks in Folge. Nach gerade mal 31 Minuten war der zweite Satz für Zverev mit 6:1 eingetütet, wichtig für den Spielstand. Und endlich lief die Vorhand rund, wichtig fürs Gefühl.

Effizienter Aufschlag

In Satz drei waren beide Spieler auf Augenhöhe, brachten jeweils souverän ihre Aufschlagspiele durch. Beide lebten von ihren starken Services, Zverev gab in seinen drei Aufschlagspielen nicht einen einzigen Punkt ab. Und dann war es passiert: Ein hochkonzentrierter und gleichzeitig lockerer Alexander Zverev breakte Diallo zum 4:3. Zverev packte genau zu, als Diallos Service ein wenig nachließ, zudem produzierte der Kanadier zwei Unforced Errors. Der Punkt zum Break war dann klasse aktiv herausgespielt von Zverev, druckvoller Angriffsball, Netzattacke, Volley sauber abgelegt – Spiel Zverev. Diallo war danach etwas von der Rolle, machte einen Fehler nach dem anderen, wirkte genervt, Zverev reichte sauberes Prozenttennis zum 6:4-Satzgewinn.

Und so ging es gleich weiter. Diallo hatte überhaupt keinen Rhythmus mehr, komplett die innere Ruhe verloren. Zverev bekam direkt zu Beginn des vierten Satzes das Break auf dem Silbertablett serviert. Diallo unterliefen haarsträubende Fehler, während Zverev klasse returnierte. Dank seines effizienten Aufschlags hielt er sich seinen Gegner in der Folge locker vom Leib, dazu druckvolles Grundlinienspiel, Zverev hatte alles im Griff. Die fast schon logische Folge war ein weiteres Break für den Deutschen, und bei 5:2 servierte Alexander Zverev zum Matchgewinn.

Zverev der klar bessere Spieler

Am Ende stand ein Viersatz-Sieg für Zverev, der nach verkrampftem Start seine Nervosität mit Beginn des zweiten Satzes abschütteln konnte und dann der klar bessere Spieler war. Vor allem sein Service war fortan unantastbar, in den Sätzen zwei, drei und vier gab er in seinen Aufschlagspielen insgesamt nur sieben Punkte ab. Die erste Hürde wäre damit geschafft, wohin und vor allem wie weit die Reise geht, darüber gab dieses Match heute noch keinen wirklichen Aufschluss, dafür war der Gegner ab Satz zwei zu wenig konkurrenzfähig. Aber immerhin steht die Freizeitplanung: „Ich geh jetzt ins Casino“, verriet Zverev bei Andrea Petkovic am Mikrofon, mit dem Lächeln eines Gewinners.