audio
Gastgeber Marokko hat im Halbfinale des Afrika Cups Nigeria mit 4:2 (0:0, 0:0) im Elfmeterschießen geschlagen. Die Mannschaft von Trainer Walid Regragui trifft im Endspiel auf den Senegal.
In einer intensiven Partie ohne große Höhepunkte war Marokko die etwas mutigere und aktivere Mannschaft und zog so verdient zum ersten Mal seit 2004 wieder ins Finale des Afrika Cups ein. Dort wartet am Sonntag (ab 20 Uhr) der Senegal um Stürmerstar Sadio Mané. Nigeria spielt im Spiel um Platz 3 gegen Ägypten, das nach einer enttäuschenden Leistung im Halbfinale ausschied.
Marokko startet motiviert ins Halbfinale
Vor 64.000 Zuschauern im ausverkauften Prince Moulay Abdellah Stadium in Rabat kamen die Marokkaner besser in die Partie. Schon in der dritten Minute eroberte Ismael Sabari den Ball tief in der Hälfte der Nigerianer und lief auf das gegnerische Tor zu. Verteidiger Semi Ajayi blockte seinen Schussversuch im letzten Moment. Nigeria zeigte sich in der Anfangsphase von der Kulisse beeindruckt, die marokkanischen Fans pfiffen die „Super Eagles“ durchgehend aus.
Wenige Minuten später hatte Brahim Diaz die erste große Chance zur Führung für Marokko. Der Stürmer von Real Madrid kam im Strafraum Nigerias zum Abschluss, schlenzte den Ball aber knapp links am Tor vorbei (9. Spielminute).
Maroccos Brahim Diaz (v.) schießt aufs Tor der Nigerianer.
Marokkaner Sabari lässt kurz vor der Pause die Führung liegen
Nach der eher blassen Anfangsphase meldete sich aber auch Nigeria im Spiel an. Ademola Lookman kam aus 20 Metern frei zum Abschluss und prüfte Marokko-Keeper Bono. Diese parierte den Schuss aber mühelos (14.). In der Folge nahmen beiden Mannschaften Tempo aus ihrem Spiel. Marokko kam nicht mehr zu klaren Abschlüssen, Nigeria lauerte auf Umschaltmomente.
Erst in der 33. Minute entstand wieder echte Torgefahr, als Marokkos Achraf Hakimi einen direkten Freistoß knapp über das Tor von Nigerias Torhüter Stanley Nwabali setzte. Sieben Minuten später hatte der starke Sabari die größte und letzte Chance der ersten Hälfte. Der Marokkaner setzte sich im gegnerischen Strafraum sehenswert gegen drei Nigerianer durch, scheiterte mit seinem Schuss aber an Nwabali (40.).
Keine Tore in der zweiter Hälfte – Marokko verzweifelt an Nwabali
Auch den ersten Schuss aufs Tor nach der Pause entschärfte Nwabali glänzend. Nach einem schön ausgespielten Konter kam Marokkos Abde im Strafraum zum Abschluss, den der Keeper aber mit einem starken Hechtsprung abwehrte (52.). Nach einer Stunde standen sieben zu zwei Torschüsse für die Nordafrikaner zu Buche.
Ein Aufschrei ging dann erst wieder in der 79. Minute durchs Stadion, als der Nigerianer Bassey einen Schuss von Hakimi scheinbar mit der Hand im Strafraum abblockte. Der Ball traf aber erst den Oberschenkel des Verteidigers und so blieb die Pfeiffe von Schiedrichter David Laryea aus Ghana stumm. Kurze Zeit später blieb wieder der überzeugende Nwabali im Tor der Nigerianer Sieger gegen einen Abschluss von Abde (83.). Es war die letzte klare Chance in der regulären Spielzeit, die Partie ging mit einem 0:0 nach 90. Minuten in die Verlängerung.
Auch nach 120 Minuten keine Tore zwischen Marokko und Nigeria
Die Verlängerung begann in Rabat mit einsetzendem Regen – und mit einem Pfostentreffer für Marokko. Verteidiger Nayef Aguerd köpfte eine Ecke aus spitzem Winkel an den nigerianischen Außenpfosten (93.). Es sollte die einzige nennenswerte Szene in der ersten Hälfte der Verlängerung bleiben, auch weil Nigeria konzentriert verteidigte. Die bisher starke Offensive der „Super Eagles“ um Victor Osimhen kam allerdings nicht ins Laufen. Daran änderte sich auch in den zweiten 15 Minuten nichts, das Spiel ging ins Elfmeterschießen.
Dramatisches Elfmeterschießen mit besserem Ende für Marokko
Mit Neil Ayanaoui (Marokko) und Paul Onuachu trafen jeweils die ersten beiden Schützen. Dann verschossen erst Marokkos Hamza Igamane und direkt danach Nigerias Samu Chukwueze (beide gehalten). Anschließend trafen Leverkusens Eliesse Ben Seghir für Marokko und Fisayo Dele-Bashiru für Nigeria souverän. Auch Hakimi blieb für Marokko nervenstark.
Zum Pechvogel für Nigeria wurde dann Bruno Onyemaechi. Der Verteidiger scheiterte mit seinem Versuch an Bono. Ein skuriler Elfmeter, da Bono sich früh für eine Ecke entschied – in die Onyemaechi dann aber auch wirklich schoss. Stürmer Youssef En-Nesyri verwandelte anschließen seinen Elfmeter und schoss Marokko zum Sieg.
