

Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los. Diese Erfahrung hatten schon die USA machen müssen, die in den Achtzigerjahren glaubten, es sei eine geniale Idee, mithilfe des pakistanischen Geheimdienstes ISI Islamisten gegen sowjetische Besatzungstruppen am Hindukusch aufzurüsten.
Zwanzig Kriegsjahre später beherrschten diese Fanatiker Afghanistan und gaben Terroristen Schutz, die die Angriffe von 9/11 planten. Dann besetzten die USA und ihre Verbündeten Afghanistan, und die Islamisten wurden vom ISI munitioniert, der sich mit dem Bau der „Bärenfalle“ ja auskannte.
Siehe da: Heute ist Pakistan der Zauberlehrling, dem das Wasser ins Haus läuft.
Flächenbrand verhindern
Die gegenseitigen Schläge, die Pakistan und Afghanistan jetzt gegeneinander führen, zeugen von einer zunehmenden Eskalation des Konflikts, der schon seit einiger Zeit schwelt.
Ein Flächenbrand muss daraus nicht werden: Die Taliban haben nicht die Mittel dafür, sondern setzen auf ihre bewährten Mittel der Infiltration und des Guerillakampfes. Pakistan kann kein Interesse an einem heißen Krieg gen Nordwesten haben, während es auf der anderen Seite immer mit seinem Erzrivalen Indien rechnen muss.
Aber weder die unmittelbar betroffenen Länder noch die USA und Europa können es sich leisten, es darauf ankommen zu lassen und wegzusehen. Deren hastiger Rückzug hat ohnehin viel Schaden angerichtet. Er darf nicht bedeuten: Aus den Augen, aus dem Sinn.
