Als Schlagersänger und Entertainer begeistert Roberto Blanco (88) viele Menschen – der Musiker mit kubanischen Wurzeln ist für seine fröhliche Art bekannt. Doch im Gespräch mit Kabarettistin Monika Gruber (54) kommt nun eine ernste Seite zum Vorschein. Bei einem bestimmten Thema vergeht ihm das Lachen – bei der Gruberin spricht Blanco Klartext…
Roberto Blanco sauer wegen Rassismus-Frage
Zur Begrüßung des Schlagerstars in ihrem Podcast „Die Gruaberin“ erzählt die Kabarettistin, dass sie bei der Recherche zu seiner Person eine Auffälligkeit bemerkt habe. In vergangenen Interviews sei eine Frage immer wieder aufgekommen: ob Blanco in seinem Leben Rassismus erfahren habe. „Bei manchen Interviewern hat man da das Gefühl, die waren direkt enttäuscht, wenn du nicht gesagt hast: ‚Das hab ich erlebt'“, merkt die Gruberin an. Roberto Blanco macht deutlich, dass ihm die immer wiederkehrende Rassismus-Frage längst gegen den Strich gehe. Er meint in ernstem Tonfall: „Einmal hab ich so gesagt: ‚Der letzte Krieg ist vorbei. Wollen Sie wieder mit Rassismus oder Religion oder so was ankommen? Seien Sie froh, dass es vorbei ist, dass wir Frieden haben.'“
Schlagerstar stellt klar: „Ich kenne keinen Rassismus“
In dem Interview, auf welches Blanco anspielt, sei erneut die Frage aufgekommen: „Also haben Sie nicht Rassismus erlebt?“ Der Entertainer habe klargestellt: „Nein, hab ich nicht. Stört Sie das? Warum fragen Sie, wenn ich ‚Nein‘ sage? Ich kenne keinen Rassismus.“
Bereits zu Schulzeiten sei es für Roberto Blanco normal gewesen, der „einzige Farbige“ in seinem Umfeld zu sein. Er verbrachte einen Teil seiner Kindheit in einem katholischen Internat im Libanon, wo der Sänger nach dem Tod seiner Mutter lebte. Später besuchte er ein weiteres Internat in Madrid und erzählt: „Ich war beliebt bei allen Jungs.“ Rassismus sei nie ein Thema gewesen – Ablehnung aufgrund seiner Hautfarbe habe er nicht erfahren müssen.
„Für mich ist meine Hautfarbe meine beste Werbung“
Roberto Blanco schwärmt, er habe immer eine Kameradschaft zwischen ihm und den anderen Jungen im Internat gespürt. „Alles haben wir zusammen gemacht, alles. Ich wurde eingeladen von Familien in Madrid, das war so herrlich.“ In einem späteren Interview, erneut angesprochen auf die große Rassismus-Frage, habe Blanco betont: „Für mich ist meine Hautfarbe meine beste Werbung.“ Der Entertainer meint, entgegen mancher Erwartungen habe er im Showbusiness positive Erfahrungen machen dürfen, eben weil er anders aussah als viele seiner Kollegen.

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„Als ich die allerersten Sendungen gemacht habe, war ich immer der einzige Farbige. Und die Sendungen waren Straßenfeger. Am nächsten Tag, im Hotel, wo wir waren, sind die Leute immer alle erst zu mir“, so Blanco. Der 88-Jährige sei für seine TV-Auftritte gelobt worden. „Toll waren Sie gestern im Fernsehen“, habe er immer wieder zu hören bekommen – von Rassismus keine Spur.
Kritische Aussage von CSU-Politiker: Roberto Blanco fühlt sich nicht beleidigt
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte über Roberto Blanco im Spätsommer 2015: „Er war immer ein wunderbarer Ne***, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat.“ Damals stellte Blanco klar, sich selbst durch solche Aussagen nicht beleidigt zu fühlen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass [Herrmann, d. R.] das böse gemeint hat. Erst einmal möchte ich mich für das Wort ‚wunderbar‘ bedanken.“ Jedoch merkte der Entertainer an, dass Hermann statt des N‑Worts besser ‚Farbiger‘ hätte wählen sollen.
