
Der Weltfußballverband Fifa hat für die Weltmeisterschaft in diesem Jahr eine neue, teurere Ticketkategorie eingeführt. Auf der Verkaufswebsite sind nun Plätze in einer sogenannten Front-Kategorie erhältlich.
Für das Eröffnungsspiel zwischen den USA und Paraguay am 12. Juni im kalifornischen Inglewood etwa kostet ein Ticket für einen Sitzplatz in der Front-Kategorie 1 insgesamt 4.105 US-Dollar (3.502 Euro). Zuvor hatte der Höchstpreis für ein Ticket der Kategorie 1 bei 2.753 Dollar (2.349 Euro) gelegen.
Für das Spiel der USA gegen Paraguay gibt es außerdem eine neue Kategorie 2 im vorderen Bereich, in der ein Ticket bis zu 2.330 Dollar (1.988 Euro) kostet. Und auch für das Eröffnungsspiel Kanada gegen Bosnien und Herzegowina am 12. Juni in Toronto wurde das Angebot erweitert: In der vorderen Kategorie 1 kosten Tickets nun bis zu 3.360 Dollar (2.867 Euro).
Infantino spricht von ausverkauften Spielen
Die Fifa stand bereits mehrfach wegen hoher Ticketpreise in der Kritik. Anfang März hob sie den Höchstpreis für Tickets für das WM-Finale auf 10.990 US-Dollar (9.377 Euro) an. Im Dezember nach der Auslosung hatte dieser noch bei 8.680 US-Dollar (7.406 Euro) gelegen.
Fifa-Präsident Gianni Infantino hatte zuvor bereits mehrfach angekündigt, dass alle 104 WM-Spiele ausverkauft sein würden. Nach anfänglichen Protesten der Fans wegen der exorbitanten Preise wurde im Dezember eine vergleichsweise günstige Ticketkategorie namens Supporters-Tier eingeführt.
Berichten der New York Times zufolge hat der Weltverband zudem rund drei Millionen Tickets
zu irreführenden Angaben verkauft. Ticketkäufer, die der Meinung waren,
Eintrittskarten für die höchste Kategorie gekauft zu haben, wurden auf Basis klein gedruckter Angaben in den Geschäftsbedingungen in anderen Bereichen des Stadions platziert. Vermutlich sollte so
Platz geschaffen werden, um noch weitere VIP-Tickets verkaufen zu können.
Kritik wegen technischer Probleme zum Verkaufsstart
Zum Verkaufsstart Anfang April war die Fifa bereits wegen technischer
Probleme in die Kritik geraten. Nach
Beobachtung der Nachrichtenagentur dpa und Fan-Schilderungen in sozialen
Netzwerken mussten Fans teils mehrere Stunden warten, um auf das
Onlineportal des Weltverbands zugreifen zu können. Einige wurden
demnach zudem ins falsche Portal weitergeleitet.
Der Weltverband
ordnete die Probleme später als Anlaufschwierigkeiten
ein, die schnell gelöst worden seien. Alle Tickets, die am Tag
des Verkaufsbeginns auf den Markt gekommen waren, seien verkauft
worden.
Insgesamt werden die Einnahmen der Fifa aus dem Turnier auf rund 12 Milliarden Dollar geschätzt. Die 104 Spiele der Weltmeisterschaft 2026 finden vom 11. Juni bis zum 19. Juli an 16 Austragungsstätten in den USA, Mexiko und Kanada statt.
