Geschichte in Schwarz-Weiß: F.A.Z.-Fotograf Lutz Kleinhans war Frankfurts Chronist mit der Kamera

Lutz Kleinhans’ Frankfurt

Chronist der Stadt
über Jahrzehnte

Von MANFRED KÖHLER und GÜNTER MICK

Fotografierte den Wandel Frankfurts: Lutz Kleinhans 1986 vor der Skulptur „Kontinuität“ an der Deutschen Bank.

11. April 2026 · In diesen Tagen wäre der Fotograf Lutz Kleinhans 100 Jahre alt geworden. Die F.A.Z. erinnert mit einer Auswahl seiner Aufnahmen an bemerkenswerte Ereignisse in Frankfurt, die er mit seiner Kamera festgehalten hat.

An Lutz Kleinhans zu erinnern, heißt, an ein halbes Jahrhundert Frankfurter Geschichte zu erinnern. Fast so lange ist der Fotograf Chronist des Wandels der Stadt gewesen, seit 1959 und bis zu seiner Pensionierung 1993 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, insbesondere ihren Regionalteil. Er hat den Besuch des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy 1963 auf dem Römerberg dokumentiert, die unruhigen Siebzigerjahre mit ihren Straßenschlachten, die Frankfurter Oberbürgermeister bis zu Petra Roth. Gemeinsam mit Barbara Klemm und Wolfgang Haut hat Lutz Kleinhans dazu beigetragen, dass die Fotografie in der F.A.Z. den Rang einnahm, der ihr gebührte und bis heute gebührt.

Am 31. März jährt sich Lutz Kleinhans’ Geburtstag zum hundertsten Mal. „Seine Fotos werden die Zeit überdauern“, schrieb die F.A.Z., als Lutz Kleinhans 2011 im Alter von 85 Jahren starb. So ist es: Die Rhein-Main-Redaktion nimmt den 100. Geburtstag zum Anlass, auf das Werk eines herausragenden Mitglieds ihres Ressorts zu blicken, bestens vernetzt und Teil der Stadtgesellschaft, stets aufgeschlossen und herzlich. Kleinhans’ besonderes Interesse galt der ursprünglich 1880 eröffneten Oper, die nach 1945 jahrzehntelang mitten in der Stadt als Kriegsruine an das untergegangene Frankfurt erinnerte und erst 1981 als Alte Oper wiedereröffnet wurde. Mit einer Aufnahme dieses Gebäudes aus dem Jahr 1975 beginnen wir deshalb die Veröffentlichung einer Folge von Fotos von Lutz Kleinhans, deren Hintergründe sein langjähriger Kollege Günter Mick erläutert, Mitglied des Rhein-Main-Ressorts seit 1969 und von 1990 bis zu seinem Ruhestand 2007 Ressortleiter.