
Der US-Ölkonzern Occidental Petroleum hat eigenen Angaben zufolge im Golf von Mexiko ein neues Ölvorkommen
entdeckt. Das gefundene Ölfeld befinde sich rund 200
Kilometer südlich der Küste des Bundesstaates Louisiana, teilte
das Unternehmen mit. Es soll „Bandit“ genannt werden.
Occidental Petroleum ist Betriebsführer
des Projekts mit einer Beteiligung von 45,375 Prozent. Auch der US-Ölriese Chevron ist mit 37,125 Prozent
und die australische Woodside Energy mit 17,5 Prozent Teil des Projekts zur Erschließung neuer Ölvorkommen.
Nach Angaben von Occidental Petroleum unterstreicht die Entdeckung des neuen Ölfelds die anhaltende Bedeutung des
Golfs von Mexiko als strategische Quelle für die Ölversorgung der USA. Bisher umfasst die Förderung im Golf etwa 15
Prozent der gesamten US-Rohölförderung. Nach Angaben der Projektpartner könnte das entdeckte Ölfeld möglicherweise an bestehende
Förderanlagen über Pipelines angeschlossen werden.
Öl- und Gasbohrungen erlaubt
Erst vor wenigen Wochen hatte der Ausschuss für gefährdete Arten der US-Regierung Energiekonzernen erlaubt, ohne Rücksicht auf das Artenschutzgesetz Öl- und Gasbohrungen im Golf von Mexiko durchzuführen. Der Ausschuss wurde von US-Innenminister Doug Burgum geleitet und war zuvor mehr als 30 Jahre lang nicht mehr zusammengetreten. Kritiker befürchten, dass die Entscheidung das
Aussterben einer seltenen Walart und Schäden für andere Lebewesen im
Meer zur Folge haben könnte.
Trump hat die Steigerung der Produktion fossiler
Brennstoffe zu einem zentralen Thema seiner zweiten Amtszeit gemacht.
Er will neue Gebiete im Golf von Mexiko vor der Küste Floridas für Bohrungen freigeben und hat weitreichende Lockerungen von
Umweltauflagen vorgeschlagen.
Laut einem Antrag der Regierung bei
Gericht hatte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth beim Ausschuss beantragt, dass eine
Ausnahmeregelung des „Endangered Species Act“ für Öl- und Gasbohrungen im Golf von Mexiko „aus Gründen der nationalen Sicherheit“ eingeführt werden solle. Genannt wurde unter anderem die iranische Blockade der Straße von
Hormus.
Ölverschmutzung im Golf von Mexiko
Nur kurz vor der Ausschusssitzung Ende März war im Golf von Mexiko eine weitreichende Ölverschmutzung gemeldet worden. Das Öl lief vermutlich aus einem bisher nicht identifizierten privaten Schiff in der Nähe des Hafens von
Coatzacoalcos aus, teilte die mexikanische Marine mit. Laut Umweltschützern
zeigen Satellitenbilder, dass sich der Ölteppich Mitte Februar über eine
Fläche von 50 Quadratkilometern
erstreckte und sich allmählich über
einen 630 Kilometer langen Küstenabschnitt ausbreitete.
Bei einem Überflug über das Meer Ende März wurden nach Angaben von Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum weitere Ölteppiche entdeckt. Diese sollen laut der Marine die Folge
natürlicher Austritte sein, die aus dem Untergrund an die Oberfläche
treten. Ölsperren seien errichtet worden, um eine weitere Ausbreitung
des Öls zu verhindern. Naturschutzorganisationen warnten vor Auswirkungen auf
Korallenriffe, Mangroven und Meerestiere. Laut dem mexikanischen Energiekonzern Pemex wurden 430 Tonnen Schadstoffe
aus dem Meer und von den Küsten entfernt.
