

Amerika und Israel haben Iran in den vergangenen fünf Wochen mit einer gewaltigen Feuerkraft angegriffen. Allein das US-Militär hat nach eigenen Angaben mehr als 13.000 Ziele getroffen. Generalstabschef Dan Caine sagte am Mittwoch, dass 80 Prozent der iranischen Luftverteidigungssysteme zerstört worden seien. Auch wenn das genaue Ausmaß der Schäden nicht unabhängig geprüft werden kann, deuten Satellitenbilder darauf hin, dass das iranische Militär deutlich geschwächt wurde.
Aber auch Iran hat den USA und Israel empfindliche Schläge versetzt: zuletzt mit dem Abschuss mindestens eines amerikanischen Kampfflugzeugs oder mehreren Raketeneinschlägen in Israel. Teheran gelang es, US-Stützpunkte in der Region zu treffen, 13 amerikanische Soldaten wurden getötet und wichtige Radar- und Kommunikationsanlagen mindestens beschädigt. Mit seiner asymmetrischen Kriegführung hat Teheran die Schifffahrt in der Straße von Hormus fast zum Erliegen gebracht. Der Feind habe eine „vernichtende Niederlage erlitten“, hieß es in einer Erklärung des Nationalen Sicherheitsrats Irans.
Teheran hat bis zuletzt Raketen abgefeuert
Der amerikanische Präsident Donald Trump hat unter anderem die Vernichtung des Atomwaffenpotentials, der Marine und des Raketenarsenals als Kriegsziele ausgegeben. Das Atomprogramm hatte Trump eigentlich nach dem Zwölftagekrieg 2025 für vollständig zerstört erklärt. Dennoch griffen die USA und Israel nun abermals mehrere Einrichtungen an.
Teheran dürfte seine Fähigkeiten zur Entwicklung einer Atombombe aufgrund seiner Vorräte an hoch angereichertem Uran jedoch nicht gänzlich verloren haben. Trump erklärte am Mittwoch, dass die USA gemeinsam mit Iran das Uran bergen und „entfernen“ würden. Anderenfalls würden die USA es sich holen, sagte Verteidigungsminister Pete Hegseth.
Die USA und Israel nahmen auch Raketenstellungen und die Rüstungsindustrie massiv ins Visier. Laut Generalstabschef Caine wurden 90 Prozent der Waffenfabriken zerstört. Tatsächlich gingen die iranischen Angriffe nach den ersten Kriegstagen stark zurück. Dennoch war Teheran bis zuletzt in der Lage, Raketen und Drohnen auf die Golfstaaten und Israel abzufeuern. Reuters berichtete Ende März, dass das Land noch immer ein großes Arsenal besitze.
Vertreter amerikanischer Geheimdienste sagten der Nachrichtenagentur, dass sich die USA lediglich sicher seien, etwa ein Drittel der Raketen zerstört zu haben. Ein israelischer Geheimdienstoffizier sagte vor wenigen Tagen, dass Iran noch über mehr als 1000 Raketen verfüge, die Israel erreichen könnten. Später hieß es von der Armee, dass niemand sicher wisse, wie viele noch übrig seien.
Seinem Ziel, Irans Marine zu zerstören, dürfte Trump nähergekommen sein. Das US-Militär hat nach eigenen Angaben mehr als 155 Schiffe beschädigt oder zerstört. Satellitenbilder zeigten starken Rauch über dem wichtigen Marinestützpunkt Bandar Abbas und brennende Kriegsschiffe. Dennoch hat Iran die Straße von Hormus bis zuletzt blockiert. Sascha Bruchmann vom International Institute for Strategic Studies erklärte, dass die iranische Marine weitgehend kampfunfähig sei, aber nach wie vor den Schiffsverkehr stören könne. So dürfte das Regime weiterhin über Seedrohnen verfügen, die mit Sprengladungen ausgerüstet in ihr Ziel rasen können.
