
Auch zum Ausklang des Osterfestes haben die Mineralölkonzerne die Mittagszeit für deutliche Aufschläge genutzt. Der durchschnittliche Preis für einen Liter Super E10 stieg um 6,6 Cent auf durchschnittlich 2,235 Euro. Auch Diesel legte um 6,6 Cent auf durchschnittlich 2,487 Euro zu. Nach Einschätzung des ADAC sind die Preise für beide Kraftstoffsorten nach wie vor zu hoch.
Am Ostersonntag hatte der Dieselkraftstoff laut Mitteilung des ADAC auf den Tag betrachtet sogar ein neues Allzeithoch erreicht. Demnach kostete Diesel gestern im Tagesdurchschnitt 2,440 Euro pro Liter und damit 1,5 Cent mehr als am Tag zuvor. Der Anstieg bei Super E10 fiel mit 0,7 Cent moderater aus: 2,191 Euro pro Liter mussten Autofahrer für den Kraftstoff im Tagesdurchschnitt zahlen.
Seit dem 1. April dürfen die Spritpreise an den Tankstellen nur noch einmal täglich um 12.00 Uhr erhöht werden. Vorbild ist Österreich, wo dieses Verfahren bereits seit Längerem angewendet wird. Seit Anfang April sind die Preise in Deutschland aber weiter gestiegen. Zum Vergleich: Vergangenen Montag – also vor Einführung der Regel – lag der bundesweite Tagesdurchschnittspreis für Super E10 bei 2,087 Euro je Liter, Diesel kostete 2,295 Euro.
ADAC kritisiert Vorgehen der Ölkonzerne
Senkungen sind zwar jederzeit erlaubt, doch seit Tagen gehe es quasi nur nach oben, teilte der ADAC mit. Der Anstieg von Mittwoch auf Donnerstag „ließ sich noch teilweise nachvollziehen, weil auch Rohöl vom einen auf den anderen Tag deutlich teurer wurde und sein Preis von 100 auf 110 Dollar stieg“, fuhr der Automobilclub fort. „Am Osterwochenende gab es diese Entwicklung wegen geschlossener Handelsplätze aber nicht.“
Es bestätige sich daher zusehends, „dass Mineralölkonzerne die einmal tägliche Erhöhungsmöglichkeit für einen Risikozuschlag nutzen“, erklärte der Club weiter. Das Bundeskartellamt und die Länderbehörden müssten nun eingreifen.
Koalition berät in Taskforce über Entlastungen
Unionsfraktionsvize Sepp Müller hat angesichts dieser Entwicklungen schnelle und gezielte Entlastungen für besonders betroffene Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen gefordert. Eine Möglichkeit sei dafür die Kraftfahrzeugsteuer: „Das kann zum Beispiel gezielt über die Kfz-Steuer für kleine und mittlere Einkommen sowie Betriebe erfolgen“, sagte Müller. Zusätzliche Staatseinnahmen durch die als Folge des Irankriegs gestiegenen Energiepreise müssten schnell zurückgegeben werden.
Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD hatten eine gemeinsame Taskforce eingesetzt, um angesichts hoher Energiepreise infolge des Irankriegs über Hilfen zu beraten. Zu deren Prüfaufträgen an die Bundesregierung zählten eine Übergewinnsteuer, ein an den Ölpreis gekoppelter Spritpreisdeckel sowie eine Senkung der Energie- und Stromsteuer, aber auch eine Entlastung bei der Kfz-Steuer. Die Ergebnisse sollen bis zum kommenden Freitag vorliegen.
Der Irankrieg wirkt sich weiterhin deutlich auf die Ölpreise aus. Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni stieg zum Wochenstart auf über 111 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das sind fast 40 Dollar mehr als vor Beginn des Krieges.
