Elversberg punktet dank Keeper Nicolas Kristof in Hannover

Nicolas Kristof pariert Schuss von Noel Aseko

Stand: 06.04.2026 • 00:00 Uhr

Auch Hannover 96 lässt im Aufstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga Punkte liegen: Gegen die SV Elversberg reichte es für die 96er nur zu einem Remis, weil Gäste-Keeper Nicolas Kristof stark hielt und den Ausgleich vorbreitete.

Beim 1:1 (1:0) brachte ein Eigentor von Maximilian Rohr (20. Minute) die Gastgeber in Führung, der Ausgleich fiel durch einen Foulelfmeter, den Lukas Petkov verwandelte (56.). Den Konter vor dem Strafstoß hatte Kristof eingeleitet, der auch sonst einen Spitzentag erwischte.

Hannovers Titz ärgert sich über Elfmeter und Chancenverwertung

Hannovers Trainer Christian Titz ärgerte sich im Sportschau-Interview: „Wir hatten deutlich mehr Torchancen, hätten mit einem zweiten Tor das Spiel auf unsere Seite bringen können. Mit dem aus meiner Sicht unberechtigten Elfmeter, den Elversberg verwandelt, wird es ein anderes Spiel, trotzdem können wir hinten raus den Sieg noch einfahren. Dazu hätten wir auch noch einen Handelfmeter bekommen müssen, da muss man sich die Bilder einfach auch mal ansehen.““

Sein Elversberger Kollege Vincent Wagner analysierte: „Es war eín Spitzenspiel, was drauf stand, war auch drin. An der ein oder anderen Stelle hatten wir auch ein bisschen Glück, sind aber auch letztlich nicht unverdient zum Ausgleich gekommen. Am Ende war es dann ein wilde Fahrt, die in beide Richtungen hätte ausgehen können.“

Die Partie begann mit einem klaren Übergewicht für Hannover im Mittelfeld, die Ballbesitzwerte lagen in der ersten Viertelstunde bei rund 60 Prozent zugunsten der Gastgeber. Die Torgefahr hielt sich allerdings in überschaubaren Grenzen, nur ein Kopfball von Benedikt Pichler in der 17. Minute sorgte für etwas Aufregung, der Ball ging aber knapp am Tor vorbei.

Elversbergs Rohr mit seinem zweiten Eigentor

Gar nicht besonders aufregend sah drei Minuten später die Hereingabe von Hannovers Noël Aséko aus, doch Elversberg-Verteidiger Rohr beförderte die Kugel bei einem völlig missglückten Klärungsversuch an den eigenen Innenpfosten und von dort über die Linie. Bitter für Rohr und die SVE: Es war bereits das vierte Eigentor in der laufenden Spielzeit, und für den Unglücksraben war es bereits der zweite Treffer ins falsche Gehäuse.

Die Hannoveraner hatten in der 28. Minute die Chance, das zweite Tor nachzulegen, doch Stefán Pordarson zielte aus der Distanz um wenige Zentimeter über die Latte.

Kristof hält Elversberg im Rennen

Von Elversberg kam offensiv wenig Zwingendes, und in den letzten Minuten vor dem Seitenwechsel hielt allein der hervorragende Kristof die Gäste in der Partie: Erst boxte er einen harten Schuss vom Ex-Elversberger Maurice Neubauer aus dem linken Eck. Dann lenkte er mit einem brillanten Reflex den Kopfball von Maik Nawrocki aus kurzer Distanz über das Tor. Sekunden vorher wäre es beinahe ganz bizarr geworden: Erneut visierte Rohr das eigene Tor an, Kristof konnte diesmal aber noch zur Ecke klären.

Während SVE-Trainer Vincent Wagner trotzdem allen Spielern auch zu Beginn der zweiten Hälfte sein Vertrauen schenkte, stellte sein 96-Kollege Christian Titz trotz der Führung gleich doppelt um: Ime Okon und Husseyn Chakroun ersetzten Waniss Taibi und Pordarson. Spielerisch änderte sich zunächst nichts: Hannover machte sofort wieder Druck, Kristof musste in der 47. Minute gegen den völlig freien Kolja Oudenne die nächste Top-Parade auspacken.

Elfmeter bringt SVE den glücklichen Ausgleich

Sekunden später wurde Kristof auch noch zum Torvorbereiter. Nach einer abgefangenen Ecke machte der Keeper mit einem 50-Meter-Abwurf in den Lauf von Immanuël Pherai das Spiel schnell, Pherai ging allein aufs 96-Tor zu. Hannovers Noel Aséko holte ihn zwar noch ein, geriet dann aber ins Stolpern und traf seinen Gegenspieler im Fallen am Knöchel: Pherai musste verletzt ausgewechselt werden, Petkov verwandelte den Elfmeter zum schmeichelhaften Ausgleich.

Der Treffer zeigte aber Wirkung – auf beiden Seiten. Hannover verlor etwas die Linie, Elversberg überbrückte nun deutlich schneller und zielstrebiger das Mittelfeld, bis auf einen Kopfballaufsetzer von David Mokawa nach 71 Minuten kam aber nichts Ernsthaftes auf das Tor von Nahuel Noll. Dafür hätte sich die SVE beinahe wieder selbst ins Hintertreffen gebracht: Bei einem riskanten Rückpass von Rohr hatte Kristof bereits sein Tor verlassen, schlug dann aber schnell den Rückwärtsgang ein und konnte so gerade noch vor Daisuke Yokota klären.

Hannover vergibt die Chancen zum Sieg

In der Schlussphase machte Hannover dann noch mal richtig Druck, doch es reichte nicht mehr zum Siegtreffer: Chakroun ließ sich aus kurzer Distanz noch blocken (85.), der eingewechselte Toptorjäger Benjamin Källmann zielte Sekunden später knapp vorbei, dann traf auch Neubauer in der Nachspielzeit in bester Position den Ball nicht richtig.

Hannover in Darmstadt, Elversberg gegen Schalke

Hannover ist am Samstagabend im zweiten von drei Topspielen beim SV Darmstadt zu Gast (20.30 Uhr). Elversberg empfängt am Sonntagmittag ebenfalls in einem direkten Aufstiegsduell den FC Schalke 04 (13.00 Uhr).