
Nach dem Abschuss eines amerikanischen F15-Kampfjets über dem Iran konnte der Pilot schnell gerettet werden. Die Suche nach dem zweiten Besatzungsmitglied hingegen dauerte viele Stunden. Inzwischen ergibt sich ein etwas klareres Bild, wie die heikle Mission ablief.
US-Präsident Donald Trump beschreibt die Rettung des im Iran nach dem Abschuss eines Kampfjets vermissten US-Soldaten wie Szenen aus einem Hollywoodfilm. Immer mehr Details kommen ans Licht. Am Montag (19.00 Uhr MESZ) will Trump mit dem Militär eine Pressekonferenz im Weißen Haus dazu geben. Was zum jetzigen Zeitpunkt bekannt ist – und was nicht.
Der gerettete Soldat befindet sich aktuell in medizinischer Behandlung, der „New York Times“ zufolge in Kuwait. Nach Trumps Angaben ist er schwer verletzt. Trump äußerte sich optimistisch, dass er wieder vollständig genesen werde.
Er war in der abgeschossenen F-15E als Waffensystemoffizier im Einsatz. Dieser sitzt im Cockpit des Kampfflugzeugs hinter dem Piloten und ist dafür verantwortlich, dass die Bomben ins Ziel treffen. Laut Trump ist er ein „hochgeachteter Colonel“, also ein erfahrener Offizier mit langjähriger Karriere. Er konnte sich – wie der Pilot – bei dem feindlichen Beschuss per Schleudersitz aus dem abstürzenden Kampfjet retten.
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge verbarg er sich über 24 Stunden im Südwesten Irans in felsigem Gelände und entging so der Gefangennahme. Laut dem Sender Fox News ist er für solche Krisenfälle ausgebildet. Sein Flugzeug wurde laut dem Portal „Axios“ von einem tragbaren Raketenwerfer getroffen. „Sie hatten Glück“, sagte Trump demnach.
Die Rettungsoperation
Die Suche wurde im Verbund von mehreren Einheiten des US-Militärs durchgeführt. Eine „unglaubliche Demonstration von Mut und Können von allen Beteiligten“, schrieb Trump. Dutzende Flugzeuge sind dem US-Präsidenten zufolge im Einsatz gewesen. Er verlief laut Trump auf US-Seite ohne Verletzte oder Tote und wurde vom Auslandsgeheimdienst CIA unterstützt. Dieser soll der BBC zufolge für die Lokalisierung des Soldaten zuständig gewesen sein und zur Ablenkung Falschinformationen im Iran verbreitet haben.
Der Einsatz wurde übereinstimmenden Medienberichten zufolge von iranischen Kräften gestört. Der arabische Sender Al Jazeera zitierte einen US-Beamten, wonach es im Verlauf der Rettung zu einem „heftigen Feuergefecht“ kam. Dem Vernehmen nach sorgten US-Luftschläge dafür, dass die Iraner nicht näher an den Soldaten herankommen konnten. Trump stellte es so dar, dass die iranischen „Feinde“ dem US-Soldaten Stunde für Stunde näherkamen.
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wurde die Operation in der Endphase von einem tief in iranischem Gebiet provisorisch errichteten Landefeld ausgeführt. Zwei dort beschädigte Transportflugzeuge – mutmaßlich verursacht durch die Bodenverhältnisse – mussten zurückgelassen und zerstört werden. Damit wurde verhindert, dass sie in iranische Hände fielen, wie die „New York Times“ berichtete.
Der Einsatz wurde vom Iran als „Fehlschlag“ beschrieben, was der US-Darstellung komplett widerspricht. Teheran behauptet, zwei Black-Hawk-Hubschrauber, ein C-130-Transportflugzeug sowie Drohnen beschossen und zerstört zu haben.
Die Mission wurde durchgeführt, obwohl die USA laut dem Portal „Axios“ zunächst eine Falle befürchteten. „Was er am Funkgerät sagte, klang wie etwas, das ein Muslim sagen würde“, sagte Trump dem Portal.
Noch unklar oder völlig offen ist der Verbleib der Trümmer der Maschine. Die F-15E ist ein hoch entwickeltes Kampfflugzeug, speziell für präzise Luftangriffe. Ebenso offen ist, wie viele US-Flugzeuge und Helikopter bei der Operation beschädigt wurden, wo genau die Rettung erfolgte und wo die Landezone errichtet wurde. Außerdem ist bislang nicht klar, welche Auswirkungen der Abschuss und die beiden Rettungsaktionen auf das weitere Kriegsgeschehen haben werden.
dpa/säd
