Fußball: Ermittlungen nach Ausschreitungen beim Hertha-Spiel in Dresden

Die Dresdner Polizei hat nach den Ausschreitungen beim Spiel Dynamo Dresden – Hertha BSC mehr als ein Dutzend Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dabei gehe es um Straftaten wie Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung,
Sachbeschädigung, Beleidigung sowie Ticketbetrug, teilte die
Polizeidirektion Dresden mit. Welche Fanlager betroffen sind, ist unklar.

Das Zweitligaspiel musste wegen Krawallen für etwa 20 Minuten unterbrochen werden. Grund dafür war das Abfeuern von Pyrotechnik. Daraufhin kletterten Fans beider Teams über die Zäune zum Spielfeld, Anhänger von Dynamo Dresden rannten vermummt zum Fanblock der Hertha-Fans. Polizisten versuchten daraufhin, die beiden Lager zu trennen. Sportlich endete das Spiel zwischen den Mannschaften mit einem 1:0-Sieg für die Hertha, die nach einer Roten Karte in der 66. Minute in Unterzahl spielte.

DFB kündigt Ermittlungsverfahren an

Etwa 600 Fans der Gästemannschaft aus Berlin mussten später das Stadion in Begleitung der Polizei vorzeitig verlassen. Insgesamt waren bei dem Spiel 750 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz, darunter auch Kräfte aus Thüringen und Bayern.

Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kündigte Ermittlungen an. Der DFB-Kontrollausschuss werde „nach den
Vorkommnissen im Rahmen des Zweitligaspiels zwischen Dynamo Dresden
und Hertha BSC“ Ermittlungsverfahren gegen
beide Vereine einleiten. In einem ersten Schritt werden laut DFB beide Vereine schriftlich zu Stellungnahmen aufgefordert.

Trainer beider Mannschaften kritisieren Ausschreitungen

Hertha-Trainer Stefan Leitl kritisierte die Aktionen der Fans nach dem Spiel. „Für Fußball-Deutschland ist es schon sehr enttäuschend, was heute Abend hier leider in Dresden passiert ist“, sagte Leitl nach dem Spiel. „Zwei großartige Klubs, ein tolles Stadion, die Rahmenbedingungen sind
nahezu perfekt, um einen Fußballabend genießen zu können, dann so etwas.“ Auch Dresdens Trainer Thomas Stamm übte Kritik an den Ausschreitungen. „Es sind nie schöne Szenen, die gehören nicht ins Stadion. Es hat das Spiel auch ein Stück weit gebrochen“, sagte er dem Sender NITRO.

Auch beim Erstligaspiel zwischen Stuttgart und Dortmund kam es an diesem Spieltag zu Ausschreitungen. Nach einem Dortmunder Torjubel vor der Stuttgarter Fankurve stürmten VfB-Fans in Richtung Innenraum und warfen einen Klappstuhl auf das Spielfeld.