
In der zweiten Fußballbundesliga ist ein Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC nach Auseinandersetzungen zwischenzeitlich unterbrochen worden. In der 19. Spielminute machten sich zahlreiche vermummte Dynamo-Fans aus dem K-Block auf den Weg zum Gästeblock, Pyrotechnik und Raketen wurden hin- und hergeschossen, ehe die Polizei die Heimfans zurück in den eigenen Block drängte.
Die Mannschaften verließen währenddessen das Feld, das Spiel wurde beim Stand von 0:0 unterbrochen. Die Polizei bildete eine Kette vor dem Heimblock. Kapitän Stefan Kutschke machte sich auf den Weg zum Block, um schlichtende Worte an die Anhänger zu richten, musste aber unverrichteter Dinge wieder umdrehen. Erst nach rund 20-minütiger Unterbrechung konnte die Partie fortgesetzt werden.
Auslöser war offenbar ein Fahnenklau
„Das ist in dem Moment sehr unwirklich. Das hat auf dem Fußballplatz überhaupt nichts zu suchen. Wir stehen alle ein Stück weit unter Schock“, sagte Dresdens Sportgeschäftsführer Sören Gonther bei Sky. Auslöser soll „wohl ein Fahnenklau“ gewesen sein. Der Verein distanziere sich „ganz klar“ von so einem Verhalten.
Schon zu Beginn war das Spiel aufgrund von Pyronebel für mehrere Minuten unterbrochen worden. Nach drei Minuten zündeten Herthaner Pyro mit blau-weißem Rauch in ihrem Gästeblock und Dynamos Anhänger ein Feuerwerk hinter dem Ultra-Block außerhalb des Stadions. Nach wenigen Minuten setzte der Schiedsrichter die Begegnung bis zur zweiten Unterbrechung fort. Ob auch ein Abbruch im Raum stand, blieb zunächst unklar.
Hertha schockt Dynamo in Unterzahl
Sportlich egalisierten sich beide Teams im Mittelfeld. Großchancen waren Mangelware in Hälfte eins, die mit den Unterbrechungen insgesamt 71 Minuten andauerte. Nach dem Wechsel war mehr Tempo drin.
Ab der 66. Minute musste Hertha in Unterzahl agieren. Josip Brekalo traf den Ball nicht, dafür aber mit der offenen Sohle den Dresdner Robert Wagner. Dafür sah er die Rote Karte.
Dynamo erhöhte anschließend den Druck. Nach einem Handspiel von Paul Seguin gab es nach Videoüberprüfung Elfmeter für Dresden. Doch Herthas Tjark Ernst (77. Minute) hielt den Strafstoß von Vincent Vermeij. Quasi im Gegenzug köpfte Marten Winkler (80.) zur Gästeführung. Plötzlich sangen die Hertha-Fans wieder, die nach dem Zwischenfall in der ersten Hälfte die Unterstützung ihres Teams vorübergehend eingestellt hatten.
