Schach-Kandidatenturnier: Eine Stunde für einen Zug, das ist vielleicht zu viel

Ein 20-Jähriger aus Usbekistan bezwingt die Nummer zwei der Schachwelt und ist plötzlich der Favorit im Kandidatenturnier. Über den Höhenflug des Javokhir Sindarov



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Schach-Kandidatenturnier: Können und Wille: Javokhir Sindarov. Noch nie ist jemand so gut in ein Kandidatenturnier gestartet.
Können und Wille: Javokhir Sindarov. Noch nie ist jemand so gut in ein Kandidatenturnier gestartet.
© Yoav Nis (Eugene Nisenabum) Fide Candidates 2026/​FIDE

Die Frage am Karfreitag im Wettkampfhotel in Pegeia ist, wann dieses Kandidatenturnier den Punkt erreichen wird, an dem jemand abhebt, wie die Rakete, die jetzt zum Mond fliegt, der alle hinterherschauen. Aufsehen erregt hat in den Tagen zuvor schon der junge Mann aus Taschkent, gerade mal zwanzig, der aus vier Runden gegen härteste Gegnerschaft drei Siege und ein Unentschieden mitgenommen hatte. Javokhir Sindarov!

Wie spricht man bloß diesen Vornamen aus? Dschaw-och-ir. Die zweite Silbe endet tief im Rachen. „Juwel“ soll das bedeuten, „Edelstein“, und ja, er hat tatsächlich so ein Strahlen aus dem Inneren. Seit dem Jahr 2024 nicht gesehen sowas, seit der erleuchtete Inder Gukesh in Singapur Schachweltmeister wurde.