
Nach mehr als einem halben Jahrhundert schickt die Nasa wieder Menschen zum Mond. In der Nacht zu Donnerstag soll die „Artemis 2“-Mission mit vier Astronauten starten. Alle Entwicklungen im Liveticker.
Erstmals seit 1972 sollen in der Nacht zum Donnerstag wieder Menschen in Richtung Mond starten. Im Rahmen der „Artemis 2“-Mission sollen vier Astronauten an Bord einer „Orion“-Kapsel mit dem Raketensystem „Space Launch System“ (SLS) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abheben. Am Donnerstag um 0.24 Uhr MESZ (18.24 Uhr Ortszeit) öffnet sich dafür ein rund zweistündiges Startfenster.
Verfolgen Sie die Entwicklungen am Kennedy Space Center in unserer Live-Berichterstattung:
14.42 Uhr: Weiterer Schritt in Richtung Start
Wie die Nasa mitteilt, kann die Betankung der Trägerrakete gestartet werden. Die Techniker müssen mehr als 700.000 Gallonen (rund 2,6 Millionen Liter) Treibstoff – flüssigen Wasserstoff – in die 32 Stockwerke hohe „Space Launch System“-Rakete auf der Startrampe füllen, bevor die Besatzung an Bord gehen kann.
13.45 Uhr: „Meilenstein“ für die Menschheit
Alle an „Artemis 2“ beteiligten Menschen seien „extrem aufgeregt“, betonte Nasa-Manager Jeff Spaulding bei einer Pressekonferenz vor dem Start. „Sie verstehen die Bedeutung dieser Mission.“
Auch die europäische Raumfahrtbehörde Esa ist daran beteiligt und steuert unter anderem ein im Bremer Airbus-Werk gefertigtes Servicemodul für die „Orion“-Kapsel bei. „Artemis 2“ sei ein „Meilenstein-Moment für die menschliche Exploration und für die Rolle, die Europa dabei spielt, die Menschheit auf den Mond zurückzubringen“, sagte Esa-Chef Josef Aschbacher.
13.33 Uhr: Auch Deutsche Technik an Bord
Zur Orion-Raumkapsel gehören vier Strahlungsdetektoren des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Außerdem wird das in Bremen gebaute Europäische Servicemodul (ESM) genutzt – mit dem Haupttriebwerk für den Anflug auf den Erdtrabanten, Technologie zur Temperaturregulierung und Stromversorgung sowie Treibstoff-, Sauerstoff- und Wasservorräten.
Auch der Kleinsatellit „Tacheles“ des Berliner Startups „Neurospace“ fliegt mit, der in der Mondumlaufbahn Daten zur Weltraumstrahlung sammeln soll. „Deutschland ist bei der Rückkehr der Menschheit zum Mond ganz vorne mit dabei“, betonte der Generaldirektor der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR, Walther Pelzer.
12.17 Uhr: Live-Updates der Nasa
Die Nasa stellt hier alle wichtigen Informationen zum geplanten Start der „Artemis 2“-Mission bereit.
11.45 Uhr: Schaulustige warten auf den Start
In der Nähe des Kennedy Space Center fiebern in den Stunden vor dem geplanten Start viele Raumfahrt-Fans nahe dem Weltraumzentrum in Cape Canaveral dem Ereignis entgegen. Bei angenehmen Temperaturen um die 25 Grad wollen viele ihren Osterurlaub in der Küstengegend mit einem unvergesslichen Raumfahrterlebnis verbinden.
„Wir können es kaum erwarten“, sagte die 76-jährige Melinda Schuerfranz, die sich noch an die bemannten US-Apollo-Mondmissionen in den Jahren 1968 bis 1972 erinnern kann. „Wir werden zeitig hier sein“, fügte die Rentnerin aus dem Bundesstaat Ohio hinzu.
10.30 Uhr: Das ist die Crew
Mit der auf etwa zehn Tage angelegten „Artemis 2“-Mission sollen die US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman sowie ihr kanadischer Kollege Jeremy Hansen um den Mond herum fliegen. Sie könnten sich dabei weiter von der Erde entfernen als jemals Menschen zuvor. Zuletzt waren US-Astronauten 1972 auf dem Mond gewesen.
9.07 Uhr: Wie sind die Wetteraussichten?
Der Start der krisengeplagten Mission „Artemis 2“ ist wegen technischer Probleme mehrfach verschoben worden – und könnte sich auch diesmal aus unterschiedlichen Gründen noch verschieben. Die Nasa zeigt sich jedoch optimistisch, und die Meteorologen gaben die Wahrscheinlichkeit, dass auch das Wetter mitspielen werde, mit 80 Prozent an.
9.02 Uhr: Nasa zeigt Artemis II live im Netz
Hier können Sie den Flug der Rakete live verfolgen.
8.55 Uhr: Mehr Power als Saturn-Rakete
Die neue „Space Launch System“-Rakete der NASA ist 98 Meter hoch und damit zwar kleiner als die Saturn-V-Rakete aus dem Apollo-Programm, verfügt aber dank zweier seitlich angebrachter Booster über eine höhere Startleistung.
Auf der Rakete sitzt die Orion-Kapsel, in der die vier Astronauten Platz nehmen. Die SLS besteht aus wiederverwendeten Space-Shuttle-Triebwerken und anderen Bauteilen und nutzt denselben Treibstoff – flüssigen Wasserstoff – wie die Shuttles.
7.29 Uhr: Der Plan für die Reise um den Mond
Die „Artemis 2“-Mission soll den Mond umrunden und als Testlauf für geplante Landungen in den kommenden Jahren dienen. In den ersten 25 Stunden nach dem Start werden die Astronauten die Erde in einer hohen, exzentrischen Umlaufbahn umkreisen. Sie werden die abgetrennte Oberstufe als Ziel nutzen und ihre Orion-Kapsel um diese herum manövrieren, um das Andocken für zukünftige Mondflüge zu üben.
Wenn alles nach Plan verläuft, wird Orions Haupttriebwerk die Besatzung zum rund 393.000 Kilometer entfernten Mond bringen. Diese durch Apollo 13 bekannt gewordene Freiflugbahn nutzt die Schwerkraft von Mond und Erde und minimiert so den Treibstoffbedarf.
Am sechsten Flugtag wird Orion seinen am weitesten von der Erde entfernten Punkt erreichen, wenn sie den Mond mit einem Abstand von rund 8000 Kilometer umkreist. Nachdem die Kapsel den Mond umrundet hat, wird die Besatzung direkt nach Hause fliegen und am zehnten Flugtag – neun Tage, eine Stunde und 46 Minuten nach dem Start – vor der Küste Kaliforniens im Pazifik wassern.
rc mit dpa/AP
