Die tiefe Krise des ORF • Medieninsider

Belästigungsvorwürfe gegen Generaldirektor Roland Weißmann haben eine Welle weiterer Enthüllungen über Missstände beim Österreichischen Rundfunk ausgelöst. Der Skandal legt strukturelle Probleme frei, die der Sender seit Jahren mit sich trägt.

Der Österreichische Rundfunk (ORF) steckt seit Wochen tief in der Krise. Ausgelöst wurde sie Anfang März durch den überraschenden Rücktritt von Generaldirektor Roland Weißmann. Grund dafür war der Vorwurf einer Mitarbeiterin, er habe sie 2022 – zu Beginn seiner Amtszeit – sexuell belästigt.

Sie hatte dem zuständigen Aufsichtsgremium, dem ORF-Stiftungsrat, entsprechende Indizien in Wort und Bild vorgelegt, woraufhin Weißmann von seiner Funktion als Generaldirektor zurücktrat. Als ORF-Mitarbeiter, der er außerdem war und ist, wurde er beurlaubt. Weißmann weist die Anschuldigungen zurück und spricht von einer freiwilligen und von beiden Seiten gewollten Beziehung. Dennoch legte er sein Amt nieder – nach eigener Darstellung, um dem ORF keinen weiteren Schaden zuzufügen.

Die Krise kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt für den öffentlich-rechtlichen Mediengiganten: