Rassismus: Rassistische Gesänge bei WM-Testspiel Spaniens gegen Ägypten

Antimuslimische Gesänge auf den Rängen beim Fußball-Länderspiel zwischen Spanien und Ägypten haben Empörung ausgelöst. Spanische Fans im RCDE-Stadion in Barcelona hatten vor Beginn der Partie die gegnerische Hymne ausgebuht und während der ersten Halbzeit herabwürdigende Parolen skandiert.

Medienberichten zufolge skandierten etwa ab der 20. Spielminute Teile der Fans: „Bote, bote, bote musulman el que no bote.“ Aus dem Spanischen übersetzt: „Spring, spring, spring, wer nicht springt, ist ein Muslim.“ Der Stadionsprecher forderte die Fans daraufhin mehrmals auf, die Äußerungen zu unterlassen. Auch Beleidigungen gegen den spanischen Ministerpräsidenten, den linksgerichteten Politiker Pedro Sánchez, waren vereinzelt zu hören.

Der Präsident des spanischen Verbandes (RFEF), Rafael Louzán, sagte nach dem Abpfiff: „Wir verurteilen solche Situationen, die punktuell und vereinzelt auftreten.“ Louzán verwies darauf, dass verurteilende Worte des Verbandes während der Begegnung auch auf den Videoleinwänden im Stadion zu sehen gewesen seien. Dort war zu lesen: „Es wird daran erinnert, dass die Gesetzgebung zur Prävention von Gewalt im Sport die aktive Beteiligung an gewalttätigen, fremdenfeindlichen, homophoben oder rassistischen Handlungen verbietet und sanktioniert.“

Spanischer Nationaltrainer verurteilt Rassismus

Auch der spanische Nationaltrainer Luis de la Fuente verurteilte die Vorfälle im Stadion und sagte, dass „jede Form von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Respektlosigkeit“ nicht hinnehmbar sei. Gleichzeitig hob er hervor, dass die große Mehrheit der Zuschauer im Stadion die Vorfälle missbilligt und die Störer ausgepfiffen habe.

Das Spiel, das 0:0 endete, war wegen des Krieges im Nahen Osten aus Katar nach Barcelona verlegt worden und diente als Vorbereitung auf die WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli).