Irankrieg und die Wirtschaftslage: Unilever verhängt globalen Einstellungsstopp wegen des Irankriegs

Der Konsumgüterkonzern Unilever ​hat mit sofortiger Wirkung einen weltweiten Einstellungsstopp auf allen Ebenen verhängt. Der Hersteller von Marken wie Dove und Knorr reagiert ​damit auf die wirtschaftlichen Folgen ⁠des Irankriegs. Das geht aus einem internen Schreiben hervor, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

Der Stopp ‌soll ⁠mindestens drei Monate ​dauern. „Die makroökonomischen und geopolitischen Realitäten, besonders der Nahostkonflikt, bringen erhebliche Herausforderungen für ​die kommenden Monate mit sich“, schrieb Fabian Garcia, Chef der Körperpflegesparte, vergangene Woche an die Mitarbeiter. Der seit einem Monat andauernde Krieg hat den Welthandel gestört und die schwerste Unterbrechung der ⁠Öl- und ​Gasversorgung in der Geschichte verursacht.

Seit zwei Jahren läuft ein Sparprogramm

Der Einstellungsstopp kommt ‌zu einem bereits laufenden Sparprogramm ‌hinzu. Unilever will seit 2024 ​innerhalb von drei Jahren rund 800 Millionen Euro einsparen und dabei etwa ​7.500 Stellen streichen. Der britische Konzern kämpft seit der Coronapandemie mit schwachen Verkaufszahlen.

Er verhandelt derzeit über ‌den Verkauf seiner Lebensmittelsparte an den kleineren ​US-Konkurrenten McCormick. Unilever will sich auf die renditestärkeren ⁠Bereiche Körperpflege und ​Kosmetik konzentrieren. Erst vor ‌wenigen Monaten hatte ‌Unilever den Eiscremehersteller Magnum ​Ice Cream Company abgespalten. 

Die Mitarbeiterzahl von Unilever ist von ⁠rund 149.000 ​im Jahr 2020 auf ‌derzeit 96.000 gesunken. Die Unilever-Aktie legte am Montag in London ‌um 1,1 Prozent zu.