Stand: 25.03.2026 12:03 Uhr
Kette spannen, Bremsen einstellen: Vor der ersten Tour im Frühjahr sollte man eine Inspektion am Fahrrad durchführen und die wichtigsten Teile prüfen. Wie funktioniert der Check und worauf sollte man achten?
Wer im Frühjahr in der Fahrradwerkstatt einen Basis-Check für sein Fahrrad durchführen möchte, muss sich meist auf lange Wartezeiten einstellen – manchmal dauert es mehrere Wochen, bis ein Termin frei ist. Ein einfacher Check kostet je nach Werkstatt ab etwa 60 Euro, hinzu kommen eventuell Kosten für Teile, die ausgewechselt werden müssen. Bei größeren Schäden sollte man sich bei der Werkstatt zunächst einen Kostenvoranschlag erstellen lassen.
Fahrrad mit Wasser und Spülmittel reinigen
Einen einfachen Check zum Saisonstart sowie viele kleinere Reparaturen können Laien mit dem entsprechenden Werkzeug selbst durchführen. Beginnen sollte man mit einer Reinigung, denn ein sauberes Rad sieht nicht nur besser aus, es fährt auch besser und verschleißt nicht so schnell. Zunächst das Fahrrad von Staub und Straßenschmutz befreien. Das geht am besten mit einem einfachen Lappen und Wasser mit etwas Spülmittel.
Hochdruckreiniger sind nicht geeignet, denn der Druck kann das notwendige Fett aus Lagern spülen oder Schmutz hineindrücken. Ist alles sauber, den Fahrradrahmen auf feine Risse und Verformungen untersuchen, die im Zweifelsfall eine Fahrradwerkstatt überprüfen muss.
Fahrradkette reinigen, ölen und nachspannen
Mit einer gut geschmierten Kette fährt das Rad besser. Die Kette und die Ritzel mit einem trockenen Lappen weitgehend von Fett und Schmutz befreien, danach gut ölen, überschüssiges Öl wieder abwischen. Für die Kette ein spezielles Fahrradöl oder Kettenwachs verwenden. Vorteil von Wachs: Die Kette bleibt sauberer und verschleißt nicht so schnell. Allerdings wäscht es sich bei Nässe schneller ab, daher ist herkömmliches Öl vor allem für Radler, die auch öfter im Regen unterwegs sind, sinnvoll. Bei erstmaliger Verwendung von Kettenwachs müssen Fettreste zuvor sorgfältig entfernt werden.
Hat eine Kette viel Rost angesetzt, muss sie ausgewechselt werden. Hängt die Kette durch, kann man das Hinterrad lösen und weiter nach hinten ziehen, um die Kette nachzuspannen.
Lockere Schrauben am Fahrrad nachziehen
Im nächsten Schritt sollte man prüfen, ob alle Schrauben und Muttern fest sitzen und diese gegebenenfalls nachziehen. Das gilt besonders für die Verbindungen an Sattel und Lenker. Dabei auch auf die richtige Sattelhöhe achten: Wenn die Pedale auf dem tiefsten Punkt steht, soll die Ferse mit leicht durchgestrecktem Bein die Pedale erreichen.
Reifendruck prüfen
Sind die Reifen platt, muss nicht immer ein Loch schuld sein. Nach mehreren Wochen verlieren Schläuche stets etwas Luft. Zunächst also die Reifen aufpumpen. Der optimale Luftdruck hängt von verschiedenen Faktoren wie Größe und Typ der Reifen, Felgenbreite und dem Gewicht des Fahrenden ab. Bei normalen Straßenfahrrädern liegt er meist zwischen 3,5 und 4 Bar. Minimal- und Höchstwert stehen seitlich auf dem Reifen.
Mit einem gut aufgepumpten Reifen rollt das Rad spürbar leichter. Zu wenig Luft schadet außerdem Reifen, Schlauch und Felge. Ist das Profil deutlich abgefahren oder weist der Reifen poröse Stellen auf, sollte man ihn ersetzen.
Bremsen überprüfen
Gut funktionierende Bremsen sind unerlässlich für die Verkehrssicherheit. Zunächst prüfen, ob die Beläge auf den sogenannten Bremsschuhen noch ausreichend dick sind. Wenn keine Querrillen mehr zu erkennen sind, austauschen. Bei Scheibenbremsen sollten die Beläge nicht weniger als einen Millimeter dick sein. Die Bremsen müssen sich leicht betätigen lassen und wieder öffnen, ohne an der Felge beziehungsweise Bremsscheibe zu schleifen. Bremsgriffe und -züge vorsichtig ölen. Achtung: Es darf kein Öl auf Beläge oder Felgen kommen. An den Stellschrauben am Bremshebel lassen sich Bremsen etwas nachstellen.
Fahrradbeleuchtung prüfen
Eine fest installierte Fahrradbeleuchtung ist nicht mehr vorgeschrieben. Allerdings müssen alle Räder vorn einen weißen und hinten einen roten Reflektor haben. Die Reifen benötigen seitliche Leuchtstreifen, alternativ Reflektoren zwischen den Speichen. Auch die Pedalen müssen mit Reflektoren ausgestattet sein. Bei Fahrten in der Dunkelheit ist eine Lichtanlage mit Vorder- und Rücklicht notwendig. Das dürfen auch Leuchten zum Anstecken sein. In dem Fall prüfen, ob Batterien oder Akkus ausreichend geladen sind.
Bei Problemen mit der fest verbauten Lichtanlage ist häufig ein Kabel defekt, bei Nabendynamos sitzt der Stecker oft nicht richtig im Dynamo fest. Daher zunächst alle Verkabelungen und Steckkontakte prüfen.
Neben der Beleuchtung ist auch eine Klingel gesetzlich vorgeschrieben. Sie sollte so am Lenker montiert sein, dass man sie mit dem Daumen gut erreicht, ohne die Hand vom Griff zu nehmen.
Nabenschaltung einstellen
Nach diesen Arbeiten ist es Zeit für eine Probefahrt. Dabei zeigt sich, ob die Schaltung noch gut funktioniert und sich die Gänge präzise einlegen lassen. Hakt es bei einer Nabenschaltung, können auch Laien diese selbst einstellen. Dazu zunächst in den sogenannten Referenzgang schalten – das ist bei 7- und 8-Gang-Schaltungen üblicherweise der vierte Gang, bei 11-Gang-Schaltungen der sechste und bei 3-Gang-Schaltungen der zweite Gang. Dann die Markierungen hinten an der Nabe prüfen. Befinden sich diese nicht auf einer Linie, muss man nachjustieren. Das geht über die Einstellschraube am Schalthebel oder an der Schaltbox am Lenker. Diese vorsichtig drehen, bis die Markierungen genau auf einer Linie liegen. Anschließend noch einmal durch die Gänge schalten – zum Schluss zur erneuten Kontrolle der Markierungen noch einmal in den Referenzgang.
Mehr Übung ist nötig, um eine Kettenschaltung korrekt einzustellen. Wer es probieren möchte, findet im Internet Anleitungen, etwa beim ADAC. Ansonsten lieber eine Werkstatt aufsuchen.
E-Bike: Akku prüfen, richtig laden und lagern
Auch für E-Bikes gilt: Kette putzen, ölen und den Luftdruck kontrollieren. Eine Pedelec-Inspektion kann man in einer Fachwerkstatt machen lassen, wenn man sich nicht genau auskennt. Dort kann auch bestimmt werden, wie leistungsstark der Akku noch ist und ob womöglich ein Tausch erforderlich ist.
Fahrrad-Akku grundsätzlich bei Raumtemperatur und nicht vollständig aufladen, das verlängert die Lebensdauer. Ideal ist nach Angaben des Herstellers Bosch ein Wert zwischen 30 und 60 Prozent. Das gilt auch für den Fall, dass der Akku längere Zeit gelagert werden muss. Akku weder in großer Hitze noch Kälte liegen lassen.
Welche Werkzeuge braucht man fürs Fahrrad?
Wer sein Fahrrad regelmäßig selbst reparieren oder warten möchte, sollte sich einige Werkzeuge anschaffen. Ein Großteil davon findet sich bereits in den meisten Werkzeugkästen. Folgendes gehört zur Grundausstattung:
- Satz Inbusschlüssel Größen 2, 3, 4, 5, 6, 8 und 10 mm
- Satz Gabelschlüssel, 8-16 mm Maulweite
- Schraubendreher (zwei Schlitz- und zwei Kreuzschlitz) jeweils 2 mm und 5 mm breit
- Kombizange Kleinteile (Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben)
- Flickzeug, Ventile
- Luftpumpe (evtl. mit Druckmessgerät)
- Ersatzschlauch in der passenden Größe
- Multitool für unterwegs







