Fußball-WM: Amnesty International warnt vor Repressionen


Zweieinhalb Monate vor Beginn der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International vor „erheblichen Menschenrechtsrisiken“ im Zusammenhang mit dem Turnier gewarnt. „Besonders in den USA, wo drei Viertel der Spiele stattfinden, gefährden eine gewaltvolle und diskriminierende Einwanderungspolitik sowie Einschränkungen der Meinungsfreiheit und des Rechts auf friedlichen Protest das von der FIFA versprochene „sichere, einladende und integrative“ Turnier“, schrieb die Organisation in einer Pressemitteilung.

Es gebe einen „menschenrechtlichen Notstand“, der sich unter der Trump-Regierung durch „massenhafte, willkürliche Festnahmen“ der Einwanderungsbehörde ICE verschärfe. Auch Fans und migrantische Communitys seien mit Blick auf die Einreisepolitik Gefahren ausgesetzt, oder, wie etwa Fans aus Haiti oder Senegal, von Einreiseverboten betroffen.

Risiken auch in Mexiko

In Bezug auf das Gastgeberland Mexiko schrieb Amnesty von Risiken für Demonstrierende, da in Reaktion auf die Gewalt im Frühjahr insgesamt 100.000 Sicherheitskräfte mobilisiert wurden, darunter das Militär. „Die WM 2026 droht mehr Repression als Fußball zu liefern“, sagte Julia Duchrow, die Generalsekretärin von Amnesty Deutschland. Wer Kritik äußere, müsse mit Repressionen rechnen.

„Setzen sich die Razzien der US‑Einwanderungsbehörde ICE die massenhaften Festnahmen und die Einreiseverbote fort, wird dieses Turnier zum Symbol staatlicher Einschüchterung.“ Von der FIFA und den Gastgeberstaaten forderte sie „verbindliche Schutzmechanismen (. . .), die allen Beteiligten eine WM ohne Angst und Ausgrenzung ermöglichen“.