Das Würzburg-Omen | Abendzeitung München

Rückblende: Am 5. September 2020 durfte Kapitän Sascha Mölders den Totopokal in die Höhe stemmen, nachdem Ex-Löwe Fabian Greilinger im Finale gegen die Würzburger Kickers, einem Corona-Geisterspiel ohne Zuschauer auf den Rängen, kurz vor Spielende einen 0:1-Rückstand egalisiert hatte (89.).

Torhüter Marco Hiller war es schließlich, der zum Elfmeter-Killer mutierte und zwei Strafstöße gehalten hatte, bevor Quirin Moll die Blauen zu ihrem letzten Titelchen schoss.

Jetzt trifft der TSV 1860 im Halbfinale des bayerischen Verbandspokals auf den SSV Jahn Regensburg (Samstag, 14 Uhr, im AZ-Liveticker). Es ist die nächste Chance, um an den beschriebenen Tag und den letzten Pokalgewinn unter Cheftrainer Michael Köllner anzuknüpfen. Gelingt Chefcoach Markus Kauczinski und Co. der Finaleinzug, warten im Endspiel – richtig – erneut die Würzburger Kickers, die sich im ersten Halbfinale im Duell zweier Regionalligisten mit 2:1 gegen Wacker Burghausen durchgesetzt haben. Ob das ein gutes Omen ist?

Kauczinski-Ansage: „Wenn man einen Titel holen kann, dann will man ihn holen!“

„Ich finde den Pokal gut, denn er mündet ja in irgendetwas, nämlich dem DFB-Pokal. Egal, ob das ’nur‘ der Bayern-Pokal ist: Es gibt einen Titel. Und wenn man einen Titel holen kann, dann will man ihn holen!“ erklärte Kauczinski am Freitag vor dem Duell mit Regensburg: „Aber erstmal müssen wir das Halbfinale überstehen und in Regensburg gewinnen. Diese Alles-oder-Nichts-Spiele haben immer ihren Reiz.“

In den die restlichen Pokal-Spielzeiten hatte 1860 übrigens regelmäßig und nicht selten schon vorzeitig sein blaues Wunder erlebt: 2017/18 hatte der TSV als Regionalligist im Viertelfinale bei der SpVgg Bayreuth eine 1:2-Pleite einstecken müssen, Chefcoach Daniel Bierofka hatte dabei allerdings nur eine B-Elf aufgestellt und die Qualifikation für den DFB-Pokal durch den Gewinn der Regionalliga-Meisterschaft ebenso eingetütet wie später den Aufstieg in die Dritte Liga.

In den vergangenen Jahren schied Sechzig stets vorzeitig aus

2018/19 war der TSV im Halbfinale bei Regionalligist Viktoria Aschaffenburg gescheitert (2:3). Als Titelverteidiger nach dem Triumph 2020 war in der Spielzeit 2020/21 eine Zwischenrunde ausgespielt worden, in der 1860 gegen Drittliga-Rivale Türkgücü ausschied (0:1). 2021/22 war im Halbfinale beim TSV Aubstadt Schluss, die Sechzger verloren mit 3:4 nach Elfmeterschießen.

2022/23, 2023/24 und 2024/25 war jeweils bereits im Viertelfinale Endstation: 1860 musste sich nacheinander noch mit Chefcoach Köllner dem FV Illertissen (0:1), mit dem Italo-Schweizer Maurizio Jacobacci dem FC Pipinsried (0:1) und unter Argirios Giannikis zuhause der SpVgg Unterhaching (1:3) geschlagen geben.

Holen Kauczinski und 1860 nach sechs Jahren den Pokal zum zweiten Mal nach Giesing?