
Der Iran hat seinen Nationalmannschaften und Sportvereinen bis auf Weiteres verboten, in Länder zu reisen, die als „feindlich“ gelten. Das berichtet die von iranischen Studierenden betriebene Nachrichtenagentur ISNA, die als relativ unabhängig und moderat eingeschätzt wird. Als Begründung wird demnach auf angebliche Sicherheitsrisiken für die Sportlerinnen und Sportler verwiesen.
Seit dem 28. Februar greifen die USA und Israel den Iran aus der Luft an. Der Iran reagiert mit Gegenangriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte in anderen Staaten im Nahen Osten.
Sieben Spielerinnen der iranischen Fußballnationalelf hatten Anfang März in Australien Asyl beantragt. Sie fürchteten Repressalien in ihrer Heimat, nachdem sie bei einem Gruppenspiel gegen Südkorea in Australien auf das Singen der Nationalhymne verzichtet hatten. Von den sieben Mannschaftsmitgliedern zogen fünf ihre Anträge zurück, sodass nur zwei Spielerinnen im australischen Brisbane blieben.
Reiseverbot vor der Vorrunde der Fußball-WM der Männer
Das Verbot kommt vor der Fußball-WM der Männer in den USA, Kanada und Mexiko, die von Juni bis Juli stattfinden wird. Aus dem Land gab es zuletzt widersprüchliche Aussagen dazu, ob der Iran an der Fußball-WM der Männer im Sommer teilnimmt oder nicht. Irans Sportminister hatte sich bereits im März gegen eine Teilnahme ausgesprochen.
Mitte März sprach der iranische Chef des Fußballverbands Mehdi Tadsch von Verhandlungen mit dem Weltfußballverband Fifa. Darin ging es darum, die Spiele der Mannschaft nach Mexiko zu verlegen. Der WM-Spielplan sieht vor, dass die iranische Mannschaft die Vorrundenspiele in den USA austragen soll. Mexikos Staatspräsidentin Claudia Sheinbaum hatte sich offen für dieses Vorgehen gezeigt. Der Präsident des Weltfußballverbands, Gianni Infantino, teilte allerdings mit, dass die Fifa die iranischen Spiele nicht verlegen werde.
Die Spiele der iranischen Mannschaft gegen Neuseeland und Belgien werde nach Spielplan in Los Angeles und das Spiel gegen Ägypten in Seattle stattfinden. Das WM-Quartier der Mannschaft wurde in Tucson im US-Bundesstaat Arizona gebucht.
