Der deutsche WM-Gegner Curaçao hat unter seinem neuen Trainer Fred Rutten einen Fehlstart erlebt. Die Fußball-Nationalmannschaft der Karibikinsel verlor in Sydney 0:2 (0:1) gegen China. Wei Shihao (45.+2) und Zhang Yuning (59.) erzielten die Tore in dem Spiel im Accor-Stadion, in dem Curaçao aus seinem deutlich höheren Ballbesitz zu wenig machte.
Vor der WM trifft Curaçao am Dienstag auf Australien. Zudem sind Spiele in Schottland am 30. Mai sowie gegen Aruba am 6. Juni geplant. Curaçao ist am 14. Juni der Auftaktgegner der deutschen Mannschaft in der Gruppe E. Weitere Gegner bei der WM-Premiere sind Ecuador (20. Juni) und die Elfenbeinküste (25. Juni).
Der frühere Schalke-Coach Rutten war im Februar für seinen niederländischen Landsmann Dick Advocaat ins Amt gerückt. Advocaat hatte Curaçao erstmals zu einer Weltmeisterschaft geführt, trat aufgrund von gesundheitlichen Problemen seiner Tochter jedoch zurück. „Ich habe immer gesagt, dass die Familie vor dem Fußball kommt. Dass wir uns als das jemals kleinste Land für die WM qualifiziert haben, ist eines der Highlights meiner Karriere“, hatte der frühere Gladbach-Trainer gesagt.

:Das kleinste Land, das je bei einer WM antrat
Bekannt ist Curaçao als Urlaubsinsel und für seine Liköre – jetzt fahren die Fußballer des kleinen Karibikstaats erstmals zur WM. Der Einfluss der Niederlande ist überall spürbar.
Rutten, von 2006 bis 2008 Trainer des FC Schalke 04, muss bei dem Australien-Trip auf drei Spieler verzichten. Armando Obispo und Deveron Fonville fallen wegen kleinerer Verletzungen aus. Warum der frühere Hoffenheim- und Bochum-Profi Jürgen Locadia fehlt, ist nicht bekannt.
Für andere Außenseiter des Weltfußballs hat sich der Traum von der WM derweil nicht erfüllt. Neukaledonien unterlag dem Favoriten Jamaika beim interkontinentalen Playoff-Turnier in Mexiko mit 0:1 (0:1) und verpasste die erste WM-Teilnahme. Suriname um die früheren Bundesliga-Profis Jean-Paul Boetius und Melayro Bogarde verspielte in Monterrey eine Führung und verlor gegen den Südamerika-Vertreter Bolivien mit 1:2 (0:0).
Die 2000 Kilometer östlich von Australien gelegene Inselgruppe Neukaledonien hatte auf ein WM-Wunder gehofft, doch Bailey Cadamarteri (18.) ließ den Traum des Weltranglisten-150. in einer ereignisarmen Partie platzen. Jamaika mit dem Ex-Leverkusener Leon Bailey muss für die zweite Teilnahme an einer Weltmeisterschaft nach 1998 am Dienstag (22 Uhr MEZ) noch die Demokratische Republik Kongo schlagen. Der Sieger der Partie kommt in die Gruppe K mit Portugal, Kolumbien und Usbekistan.
Für Bolivien drehten Moises Paniagua (72.) und Miguelito (79., Foulelfmeter) die Partie, nachdem Liam van Gelderen (48.) die Hoffnungen von Suriname mit seinem Führungstreffer genährt hatte. Der Mainzer Sheraldo Becker wurde für die frühere niederländische Kolonie in der 84. Minute eingewechselt, Boetius und der frühere Hoffenheimer Bogarde hatten in der Startelf gestanden.
Bolivien wartet seit 1994 auf seine vierte WM-Teilnahme, dafür braucht es am Mittwoch (5 Uhr MEZ) einen weiteren Erfolg gegen den Irak. Der Sieger des Duells kommt bei der Weltmeisterschaft in eine Hammergruppe mit Frankreich, Norwegen und Senegal.
