Collien Fernandes konkretisiert die Vorwürfe gegen Christian Ulmen

Collien Fernandes hat die schweren Vorwürfe gegen ihren früheren Mann Christian Ulmen wiederholt – und in Teilen konkretisiert. Er habe einen „sexuellen Fetisch entwickelt, mit dem er nicht mehr aufhören konnte“, schrieb sie am Donnerstag auf Instagram, einen „Degradierungsfetisch“. Es habe ihn „geil“ gemacht, „mich zu erniedrigen und mich auf eine Art in meinem beruflichen Umfeld zu präsentieren, von der er wusste, dass ich sie schrecklich finden würde“. Das habe ihm ein Gefühl von Macht über sie gegeben.

In der vergangenen Woche hatte die Vierundvierzigjährige bereits schwere Vorwürfe gegen Ulmen erhoben – zunächst im „Spiegel“ und später auf Instagram. Der Anwalt von Ulmen nannte die „Spiegel“-Berichterstattung „rechtswidrig“ und hat rechtliche Schritte angekündigt. Ulmens Anwalt spricht im Zusammenhang mit den Vorwürfen von „unwahren Tatsachen“, für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Fernandes schrieb, bei den pornographischen Videos und erotischen Fotos, die er in ihrem Namen an fremde Männer und Männer aus meinem beruflichen Umfeld verschickt habe, sei Ulmen wichtig gewesen, „dass alles glaubwürdig wirkt und dass das erotische Material privat anmutet, so als habe ich mich heimlich beim Sex gefilmt, selbst nackt aufgenommen“.

„Ein Deepfake, eine Montage, ein was auch immer“

Fernandes äußerte sich am Donnerstag indirekt auch zu mehreren Berichten, die suggerieren, dass sie Ulmen doch nicht beschuldige, Deepfake-Pornos von ihr verbreitet zu haben. Gegenüber dem Portal Nius hatte sie in einem am Mittwoch veröffentlichten Beitrag gesagt: „Zum einen gibt es Menschen, die Deepnudes von mir online gestellt haben, zum anderen gibt es die pornografischen Videos, die der Täter unter meiner Identität verschickt hat.“ Das Portal fragte daraufhin in der Überschrift des Textes: „Verschickte Christian Ulmen doch keine Deepfakes?“ Auch die „Bild“ hatte ausführlich über mutmaßliche Widersprüche berichtet. Fernandes erwiderte nun auf Instagram, Männer hätten ihr gesagt, dass sie ein „Gangbangvideo“ von ihr gesehen hätten, nicht von Frauen, die ihr ähnlich sehen. Es handele sich bei solchen Videos um „ein Deepfake, eine Montage, ein was auch immer“.

Fernandes griff die Medien auch grundsätzlich an: „Ich verfluche die Presse dafür, dass ich im 5-Minuten-Takt 30-seitige Fragebögen bekomme, die ich bitte schnellstmöglich beantworten möge.“ Sie komme nicht mehr hinterher: „Ich kann nicht mehr! Ich habe auch noch andere Dinge zu tun!“ Aus jeder nicht beantworteten Frage werde eine Verschwörungstheorie gestrickt.

DSGVO Platzhalter

Am Mittwochabend hatte Fernandes die Darstellung der Staatsanwaltschaft Itzehoe rund um die Einstellung eines Verfahrens gegen Unbekannt wegen gefälschter Social-Media-Accounts als falsch zurückgewiesen. Die Polizei habe sie nicht kontaktiert und nach weiteren Unterlagen für die Ermittlungen gefragt, schrieb sie auf Instagram: „Ich habe kein Schreiben erhalten und wurde auch nicht per Telefon oder Email (was bis dahin der Kommunikationsweg gewesen war) kontaktiert.“

Die Schauspielerin hatte Ende November 2024 Anzeige gegen unbekannt bei der Berliner Polizei erstattet. „Ich habe nachweislich Dokumente und Ermittlungsansätze per Email an die ermittelnden Beamten weitergeleitet“, schrieb Fernandes auf Instagram. Sie habe den Ermittlern ihre Kontaktdaten zur Verfügung gestellt. Auf ihre Nachfrage per Mail sei ihr mitgeteilt worden, dass der Fall nun bei den Behörden in Schleswig-Holstein liege, die sie kontaktieren würden. „Danach habe ich nichts mehr gehört.“ Erst durch „Spiegel“-Recherchen habe sie erfahren, dass das Verfahren nach Itzehoe gegangen und später eingestellt worden sei.

„Nach Aktenlage ist alles ordnungsgemäß gelaufen“

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hatte Anfang 2025 aus Zuständigkeitsgründen das Verfahren übernommen. Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow berief sich auf die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen und machte dazu auf Anfrage der F.A.Z. keine näheren Angaben. Nach seinen Angaben kontaktierte die zuständige Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft Fernandes per Brief und bat sie, weitere Unterlagen zu ermitteln. Dieser Brief sei nicht als unzustellbar zurückgekommen: „Nach Aktenlage ist alles ordnungsgemäß gelaufen.“

Auf den Brief habe die Anzeigende nicht reagiert. Weil kein Täter identifiziert werden konnte und weitere Ermittlungsansätze gefehlt hätten, sei das Verfahren am 23. Juni 2025 eingestellt worden. Welche Version stimmt, ist für den Fortgang möglicher Ermittlungen nicht zentral: Das Verfahren kann aufgrund neuer Erkenntnisse jederzeit wieder aufgenommen werden. Das wird laut Müller-Rakow derzeit geprüft, auch aufgrund der Berichterstattung rund um die Vorwürfe gegen Fernandes’ früheren Mann Christian Ulmen.

Fernandes rief auf Instagram auch zur Teilnahme einer Demonstration in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt am Donnerstagabend auf. Sie kündigte an, anders als zunächst geplant nicht selbst zu kommen: Es gebe „ernsthafte Sicherheitsbedenken, aufgrund von Morddrohungen gegen mich“. Laut Polizei hatten sich 7500 Teilnehmer angemeldet, prominente Unterstützerinnen sind etwa Klimaaktivistin Luisa Neubauer und Autorin Alexandra Zykunov. Fernandes betonte auf Instagram, ein Großteil von Partnerschaftsgewalt geschehe im Verborgenen: „Wir müssen ganz dringend Licht in das Dunkelfeld bringen!“ Am Sonntag hatten in Berlin Tausende gegen sexualisierte digitale Gewalt demonstriert.