Die Eisbären Berlin haben den Playoff-Auftakt in der DEL verpatzt. Am Dienstagabend lagen sie in Straubing nach 116 Sekunden bereits mit 0:3 zurück und kassierten schlussendlich eine 1:5-Niederlage.
- Die Eisbären starten am Dienstag bei den Straubing Tigers in die DEL-Playoffs
- Bereits nach 116 Sekunden liegen sie beim Viertelfinal-Auftakt mit 0:3 zurück
- Auch in der Folge sind die Berliner beim 1:5 weitesgehend chancenlos
- Am Freitag steigt Spiel zwei der Best-of-Seven-Serie in Berlin
Die Eisbären Berlin müssen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) einen denkbar schlechten Auftakt in die Playoffs verkraften. Bei den Straubing Tigers verloren die Berliner am Dienstagabend Spiel eins ihrer Best-of-Seven-Serie auch in der Höhe verdient mit 1:5 (0:3; 0:1; 1:1). Dabei lag die Mannschaft von Trainer Serge Aubin bei ihrem Viertelfinal-Auftakt nach nicht einmal zwei gespielten Minuten bereits mit 0:3 zurück. Auch in der Folge waren die Berliner weitestgehend chancenlos.
Straubing erwischt die Eisbären auf falschem Fuß
Dabei hatten die Eisbären am Dienstag in Straubing früh diverse Probleme ganz unterschiedlicher Art. Nachdem die Berliner auf dem Weg zur Halle noch im Stau gestanden hatten, ging mit dem Start des Spiels plötzlich alles viel zu schnell für sie. Noch keine Minute war von der Anzeigetafel heruntergetickt, als das Straubinger Eisstadion am Pulverturm zum ersten Mal explodierte.
Einen ersten Schuss von Tim Fleischer konnte Eisbären-Goalie zwar noch abwehren, beim Nachschuss der Straubingers war er dann allerdings machtlos. Nach exakt 44 Sekunden führten die Gastgeber, die noch nie eine Playoff-Serie gegen die Eisbären gewonnen haben, mit 1:0. Wer nun glaubte, dass der frühe Rückstand den Eisbären als eine Art Weckruf dienen würde, irrte gewaltig.
Die Berliner, die ihre finalen fünf Hauptrundenspiele allesamt gewonnen hatten, befanden sich in Straubing in einem kollektiven Tiefschlaf. Das Ergebnis: Weitere 43 Sekunden nach dem Straubinger Führungstreffer erhöhte Tyler Madden nach einem schönen Doppelpass auf 2:0. Die Eisbären hatten offensiv, wie defensiv keinen Zugriff auf das Spiel, machten Fehler um Fehler und wurden von Straubing eiskalt bestraft.
0:3-Rückstand nach 116 Sekunden
Die Höchststrafe folgte hierbei nochmal 28 Sekunden später: Da prallte ein Straubinger Schuss von der Bande hinter dem Tor passgenau auf Tim Brunnhuber zurück, der den Puck nur noch ins Tor schieben musste. Nach exakt 116 Sekunden führte Straubing mit 3:0. Auf den Rängen grölten halb ungläubige, halb ekstatische Straubinger zum dritten Mal ihre Hymne „Blau und Weiß ein Leben lang“. Auf der Eisbären-Bank malträtierte Trainer Aubin konsterniert seinen Kaugummi.
Allen voran die gegen null tendierende Handlungsschnelligkeit seiner Schützlinge dürfte den Kanadier entsetzt haben. Sie wurde am Dienstagabend auf mehreren Ebenen zum verhängnisvollen Eisbären-Problem. Die Tigers aus Straubing waren bereits für den Playoff-Auftakt, die Eisbären aus Berlin waren es nicht. Nachdem die Eisbären im ersten Drittel den schnellsten 0:3-Rückstand der DEL-Playoff-Geschichte kassierten, legten sie auch zum Start der Drittel zwei und drei verhängnisvolle Nickerchen ein.
So vergingen im zweiten Drittel keine drei Minuten, bis Danjo Leonhardt nach einem guten Forechecking zum 4:0 für die Gastgeber erhöhte (23. Minute). Im Schlussdrittel dauerte es dann sogar nur 70 Sekunden bis zum Straubinger 5:0. In der neutralen Zone eroberte Straubings Tyler Madden den Puck, den Nick Halloran anschließend im Eisbären-Tor unterbrachte.
Yannick Veilleux im Faustkampf mit Adrian Klein | Bild: IMAGO/Hockeypics/Eva Fuchs
Powerplay-Probleme setzen sich fort
Besonders bedenklich war dabei nicht nur die Anzahl und Entstehung der Gegentore, sondern auch das, was zwischen ihnen passierte. So hätten die Berliner ihren Playoff-Auftakt durchaus auch noch höher verlieren können. Nach zuletzt fünf Siegen verfielen die Berliner, die weiterhin auf einige verletzte Spieler verzichten müssen, in ihre Muster schlechterer Saisonphasen.
Dazu gehörte auch ihr harmloses Powerplay. Das schlechteste Überzahl-Team der gesamten DEL wusste auch am Dienstag mit ebendieser nur wenig anzufangen. Gleiches galt für mehrere Zwei- bzw. Drei-gegen-eins-Situationen, die die Berliner ein ums andere Mal schlecht ausspielten. So war auch das einzige Eisbären Tor des Abends durch Kai Wissmann in der 55. Minute eher ein abgefälschtes Zufallsprodukt.
Ihren einzigen echten Wirkungstreffer landeten die Eisbären bereits Mitte des ersten Drittels: Nachdem die beiden Mannschaften zuvor schon zu einem Gruppenkuscheln mit fliegenden Fäusten zusammengekommen waren, streckte Yannick Veilleux den Straubinger Adrian Klein nieder. Auch insgesamt war die Partie am Dienstag sehr intensiv und physisch geprägt.
Spiel zwei steigt am Freitag
Das dürfte sich auch den weiteren, noch anstehenden Spielen nicht ändern. Dabei haben die Eisbären bereits am kommenden Freitag (19:30 Uhr) die Chance auf Wiedergutmachung. Dann empfangen sie die Tigers in der heimischen Arena am Ostbahnhof zumindest die Art und Weise der Niederlage aus Spiel eins spielt keine Rolle mehr.
Sendung: rbb|24, 24.03.2026, 21:55 Uhr
