Kennen Sie sich mit den Hintergründen des Fests aus? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.
Was wird an Ostern gefeiert?
Ostern, genauer die Tage von Gründonnerstag bis Ostersonntag, bilden den Höhepunkt des Kirchenjahrs, das am 1. Adventssonntag beginnt.
Mit dem Osterfest endet die Passions- und Fastenzeit, und es beginnt die österliche Freudenzeit, die 50 Tage dauert und mit Pfingsten endet. Die Woche vor Ostern wird Karwoche genannt. Die „heilige Woche“ besteht aus Palmsonntag, das ist der Sonntag vor Ostersonntag (Jesus zieht nach Jerusalem ein), Gründonnerstag (Jesus feiert das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern), Karfreitag (Todestag Jesu), Karsamstag und Ostersonntag (Auferstehung Jesu). Das namensgebende „Kar“ kommt vom althochdeutschen Wort „kara“ für Klage, Kummer und Trauer.
Die Frage, welcher Feiertag – Karfreitag oder Ostersonntag – der höchste oder wichtigste ist, lässt sich nicht beantworten, gehören für Gläubige das Leiden, der Tod und die Auferstehung Christi doch zusammen. Kreuzigung ergibt nur mit Auferstehung Sinn; und die Auferstehung ist nicht denkbar ohne Kreuzigung. Die katholische Kirche begeht das „Triduum Sacrum“, also drei Gottesdienste an Gründonnerstag, an Karfreitag und einen in der Nacht zum Ostersonntag. Alle drei Kirchgänge bilden einen zusammenhängenden Gottesdienst.
Dass Karfreitag ein ganz besonderer Tag im Kirchenjahr ist, zeigt sich auch daran, dass in der katholischen Kirche an Karfreitag keine Hostien geweiht werden, sondern die vom Vortag aufgebraucht werden.
Am Tag nach Jesu Tod am Kreuz kommt der Karsamstag. Der Tag der Grabesruhe Christi ist ein „Zwischentag“ und bildet den Übergang von der Trauer an Karfreitag zur Feier der Wiederauferstehung am Ostersonntag. In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden mancherorts Osterfeuer entzündet, ein ursprünglich heidnischer Brauch zum Start des Frühlings.
Streng genommen beginnt in der Nacht von Samstag auf Sonntag Ostern. Denn in der Osternacht ist der Bibel zufolge Jesus auferstanden. Am frühen Sonntagmorgen fanden Frauen nur sein leeres Grab vor. In den Gottesdiensten am Ostersonntag wird daher die Überwindung des Todes gefeiert.
So wird der Termin für Ostern berechnet
Das Osterfest ist ein beweglicher Feiertag und wird – anders als etwa Heiligabend – nicht jedes Jahr an einem festen Datum gefeiert. Die unterschiedlichen Daten resultieren aus der Berechnungsweise. Immer am 21. März ist kirchlicher Frühlingsanfang, der erste Vollmond danach wird kirchlicher Frühlingsvollmond genannt. Ostern ist dann am ersten Sonntag nach dem kirchlichen Frühlingsvollmond, also am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach dem 21. März. Ist der kirchliche Frühlingsvollmond allerdings selbst ein Sonntag, wird das Osterfest auf den Sonntag danach gelegt.
Diesen Berechnungen zufolge ist Ostern in unserem gregorianischen Kalender stets frühestens am 22. März, aber spätestens am 25. April.
Freie Tage und stille Feiertage
Ostersonntag am 5. April 2026 und Ostermontag am 6. April 2026 sind gesetzliche Feiertage in ganz Deutschland, ebenso wie Karfreitag, der auf den 3. April 2026 fällt. Für Arbeitnehmer gibt es also zwei zusätzliche Feiertage.
Auch Gründonnerstag (2. April 2026) und Karsamstag (4.April 2025) sind im Christentum bedeutende Tage, allerdings sind sie in Deutschland keine gesetzlichen bundesweiten Feiertage.
Karfreitag ist ein stiller Feiertag, schließlich wird des Leidens und Sterbens Jesu am Kreuz gedacht. Zur Todesstunde Jesu, die um 15 Uhr gewesen sein soll, findet traditionell der Gottesdienst statt. Als sogenannte stille Feiertage genießen gewisse Feiertage in Landesgesetzen der Bundesländer besonderen Schutz. Bundesweit gilt das für Karfreitag, je nach Bundesland auch Allerheiligen, am Buß- und Bettag, Volkstrauertag, Reformationstag und Totensonntag.
„Er ist wahrhaftig auferstanden“
Weil erst mit der Auferstehung wirklich Ostern ist, wünscht man sich erst an Ostersonntag „Frohe Ostern“. „Christus ist auferstanden!“ – „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Dieser ursprünglich orthodoxe Ostergruß wird auch in einigen evangelischen Gemeinden verwendet.

Einen besonderen Ostergruß bekam eine Bibliothekarin der Uni Cambridge. Dort sind zwei Notizbücher des Naturforschers Charles Darwin wiederaufgetaucht – 21 Jahre nach ihrem Verschwinden. Die kostbaren Büchlein aus dem Jahr 1837 wurden im Frühjahr 2022 auf dem Fußboden der Bibliothek gefunden, verpackt in einer rosafarbenen Geschenktüte. Dazu die schlichten Worte „Librarian. Happy Easter. X“.
Was hat das Pessach mit Ostern zu tun?
Pessach beginnt 2026 am Abend des 1. Aprils und endet am 9. April abends. Das christliche Ostern beruht auf dem jüdischen Hochfest Pessach. Denn Jesus ist an Pessach gestorben und auferstanden. Das letzte Abendmahl soll eigentlich ein Pessachmahl gewesen sein. Ostern in seiner ursprünglichen Form, das frühchristliche Paschafest, fand daher auch zeitgleich mit Pessach statt. Im Jahr 325 trennte das Konzil von Nicäa die beiden Feste – als bewusste Abgrenzung des Christentums vom Judentum.

Das Passahfest und das Osterfest haben das Thema Erlösung in ihrem Kern. Die jüdische Gemeinde erinnert beim Pessachfest an ihre Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft und hofft auf das baldige Erscheinen des Messias, der sie erlösen wird. Die Christen gedenken an Ostern Jesu Tod und der damit verbundenen Erlösung der Menschen von ihren Sünden.
Auch die Osterbräuche nehmen Anleihen bei Pessach. Viele jüdische Symbole wurden vom Christentum übernommen und umgedeutet. So wurde aus dem Wein und ungesäuerten Brot der Juden Wein und Brot beim christlichen letzten Abendmahl. In beiden Religionen spielt das Oster- beziehungsweise Pessachlamm eine Rolle.
So kam Ostern auf den Hasen
Schriftlich verbrieft ist sein Auftauchen zum ersten Mal 1682 im Text „De ovis paschalibus“. Der deutsche Wissenschaftler Georg Franck von Franckenau schreibt darin über Menschen im Elsass und angrenzenden Gebieten, die Geschichten eines in Gärten Eier versteckenden Osterhasen erzählen. Regional brachten verschiedenste Tiere Eier: der Fuchs in Hannover, das Osterlamm in Oberbayern, der Storch in Thüringen, der Kuckuck in der Schweiz und der Ostervogel oder Kranich an der Grenze zu den Niederlanden. In anderen Gegenden auch Osterhenne oder ein Osterhahn. In der Bibel kommt der Hase nicht vor. Wieso er sich trotzdem durchgesetzt hat? Ein Indiz könnte die außergewöhnliche Fruchtbarkeit von Hasen und Kaninchen sein. Ein weibliches Kaninchen kann bis zu zehn Mal im Jahr Junge werfen. Pro Wurf können es zwei bis zwölf Junge sein. Fruchtbarkeit, Auferstehung, neues Leben – das passt.

Und dann kam der Kommerz: Seit Milka und Lindt den Schokohasen entdeckt haben, ist der Osterhase ein fester Bestandteil im Osternest. 2022 hat die deutsche Süßwarenindustrie rund 239 Millionen Schokoladen-Osterhasen produziert. Etwa 119 Millionen Stück kamen in Deutschland in den Handel, der Rest wurde ins europäische Ausland, aber auch in die USA, nach Kanada, Australien und Südafrika exportiert.
Was Eier mit Ostern zu tun haben
Neues Leben – dafür stehen auch Eier. Doch dass im Osternest Eier liegen, hat auch ganz praktische Gründe. Papst Gregor I. hatte im Jahr 590 verboten, während der Fastenzeit tierische Produkte wie Eier, Milch, Butter und Käse zu essen. Nun halten sich Hennen nicht an päpstliche Dekrete und legen während der 40-tägigen Fastenzeit dennoch Eier. Um sie haltbar zu machen, wurden sie gekocht. Gefärbt wurden sie, damit sie von rohen Eiern optisch zu unterscheiden sind.
Was an Ostern erlaubt ist – und was nicht
An stillen Feiertagen gelten besonders strenge Regeln. Die Details dazu bestimmen zwar die Landesgesetze, doch in allen Bundesländern gilt ein Tanzverbot. An Karfreitag müssen die Tanzflächen meist von Karfreitag morgens bis zum Morgen des Karsamstags leer bleiben. Trotz Petition, Demonstrationen und Kritik ist das Tanzverbot bislang nicht aufgehoben.
Rund 700 Filme, darunter „Das Leben des Brian“ von Monty Python, dürfen an stillen Feiertagen wie Karfreitag nicht im Kino gezeigt werden. Für Streamingdienste und Fernsehsender gilt das aber nicht: Die Regelungen gehen zurück auf Bestimmungen aus der Weimarer Republik und wurden nicht auf die neuen Möglichkeiten, Filme zu zeigen, übertragen. Die FSK hält die Regelung selbst für überholt und setzt auf einen gesellschaftlichen Diskurs. Änderungen lägen aber in den Händen des Gesetzgebers.
Das gilt generell für Filme, die dem „ernsten Charakter“ (die genaue Formulierung unterscheidet sich je nach Landesgesetz) dieser Feiertage zuwiderlaufen. Konkret erhalten Produktionen, „die dem Charakter dieser Feiertage so sehr widersprechen, dass eine Verletzung des religiösen und sittlichen Empfindens zu befürchten ist“, keine Feiertagsfreigabe von der FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft).
Die Feiertagsfreigabe der FSK scheint deutlich lockerer geworden zu sein. In den Fünfziger- und Sechzigerjahren erhielt mehr als die Hälfte aller Kinofilme keine Feiertagsfreigabe. Inzwischen sieht das anders aus: Im Zeitraum 2000 bis 2015 erhielt jährlich nur etwa ein Prozent aller Kinospielfilme keine Feiertagsfreigabe. Von 2016 bis 2019 waren es absolute Einzelfälle. In den Jahren 2020 und 2021 (bis zum 11. März) gab es keinen Kinospielfilm, der keine Feiertagsfreigabe erhalten hat.
Und was widerspricht bei „Mary Poppins“, „Lotta zieht um (Krachmacherstraße) nach Astrid Lindgren“, „Tante Frieda – Neue Lausbubengeschichten“, „Heidi in den Bergen“ dem „ernsten Charakter“ der Osterfeiertage? Nichts. Bei diesen Titeln haben die Filmverleiher schlicht versäumt, die Feiertagsfreigabe zu beantragen.
Woher die Osterinseln ihren Namen haben
Auch wenn sich herrliche Quatschgeschichten erspinnen lassen könnten – auf den Osterinseln ist das ganze Jahr über Ostern! Auf den Osterinseln regnet es Eier! Auf den Osterinseln liegt seit Jahrhunderten ein güldenes Osterei versteckt, das keine Expedition je fand! Auf den Osterinseln liegt das Osterhasen-Trainingscamp – die einzig wahre Geschichte hinter dem Namen geht wie folgt:

1722 segelten holländische Schiffe unter dem Kommando von Jakob Roggeveen durch den Pazifik, um neue Länder zu entdecken. Dabei entdecken sie eine Vulkaninsel, nur 24 Kilometer lang und 13 Kilometer breit. Nicht interessant für Roggeveen: „Wir gaben dem Land den Namen Osterinsel, denn es wurde von uns am Ostertag entdeckt“, schreibt er ins Logbuch.
