Warum Orthodoxe und westliche Kirchen nicht am selben Tag Ostern feiern

Ostern ist in den orthodoxen Kirchen ebenso ein „beweglicher“ Feiertag wie in der katholischen und evangelischen Kirche. In diesem Jahr fällt es auf den 12. April 2026.

Die Daten für Ostern wurden bereits im Jahr 325 n. Chr. auf dem Konzil von Nicaä: Dort entschied man, dass das Osterfest immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond des Jahres fallen soll.

Trotzdem feiern Orthodoxe gewöhnlich nicht am gleichen Tag Ostern wie Katholiken und Protestanten. Außer im Jahr 2025: Damals fielen das orthodoxe Osterfest und das der evangelischen und katholischen Kirche auf ein und denselben Tag: 20. April 2025.

Warum ist das orthodoxe Ostern später?

Die eigentlich unterschiedlichen Osterdaten lassen sich so erklären: Die westlichen Kirchen orientieren sich am gregorianischen Kalender; die orthodoxen am julianischen. Dieser wurde von Julius Cäsar konstituiert und gilt damit als Vorgänger des gregorianischen Kalenders.

Besonders ist, dass die beiden Kalender um 13 Tage divergieren: Nach dem julianischen Kalender beginnt das neue Jahr nämlich erst am 13. Januar. So kommt es zu einer Verschiebung bei den Terminen der Glaubensfeste.

Dies betrifft auch das Osterfest, welches sich nach dem ersten Frühlingsvollmond richtet. Denn nach dem julianischen Kalender fällt der Frühlingsbeginn später aus. Somit findet auch das Osterfest eine Mondphase später statt.

2025 lag der erste Vollmond, der auf die Tagundnachtgleiche folgt, so spät, dass er mit dem ersten Vollmond nach dem 21. März im julianischen Kalender zusammenfällt.

Welche Länder feiern orthodoxe Ostern?

Die orthodoxen Kirchen entstanden im Jahr 1054 n. Chr. durch die Abspaltung von der katholischen Kirche. Heute besteht die Kirchengemeinschaft aus den Nationalkirchen der jeweiligen Länder, welche teilweise kulturelle Unterschiede aufweisen.

Die meisten orthodoxen Christen leben weltweit in Russland. Danach folgen die äthiopisch-orthodoxe und die ukrainisch-orthodoxe Kirche. Aber auch in anderen Ländern wie Griechenland, Serbien, Georgien und vielen mehr leben Orthodoxe und feiern das Osterfest.

Wie feiern die orthodoxen Christen Ostern?

Ähnlich wie bei den westlichen Kirchen fasten auch die Orthodoxen 40 Tage vor Ostersonntag und erinnern damit an die Zeit, in der Jesus in der Wüste fastete. Vor allem in der Karwoche wird das Fasten in den orthodoxen Kirchen streng verfolgt – wer dem Fastenbrauch bislang noch nicht nachgekommen ist, tut es spätestens jetzt.

Die Bräuche am Osterfest selbst variieren jedoch je nach Glaubensgemeinschaft stark. So ist es in Russland Tradition, ein Osterei auf das Grab verstorbener Angehöriger zu legen. Auf diese Art sollen sie an Jesu Auferstehung teilhaben. In der griechisch-orthodoxen Kirche hingegen ist das Ostermahl ein zentraler Bestandteil der Feierlichkeiten: Es gibt gegrilltes Lamm und Osterbrot.

In den orthodoxen Kirchen ist das Osterfest das wichtigste religiöse Fest im Jahr.