
Die europäische Fanorganisation Football Supporters Europe (FSE) hat bei der Europäischen Kommission eine Klage gegen den Fußballweltverband Fifa eingereicht. Hintergrund sind die aus Sicht der FSE überhöhten Ticketpreise für die Fußballweltmeisterschaft 2026, die vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Mexiko und Kanada stattfinden soll.
Zur Begründung teilte die FSE mit, die Fifa verfüge beim Ticketverkauf für die Weltmeisterschaft 2026 über ein Monopol und nutze dieses, um Fans „Bedingungen aufzuerlegen, die in einem wettbewerbsorientierten Markt niemals akzeptabel wären“. Gemeinsam mit der FSE hat auch die Verbraucherorganisation Euroconsumers Beschwerde bei der Kommission eingelegt. Beide werfen dem Fußballweltverband intransparente und aus ihrer Sicht „undurchsichtige und unfaire Kaufbedingungen und Kaufprozesse“ vor.
Preise für WM-Finaltickets beginnen bei rund 4.200 US-Dollar
FSE und Euroconsumers verlangen von der EU-Kommission, die Fifa dazu zu verpflichten, auf die sogenannte „dynamische Preisgestaltung“ zu verzichten. In der nächsten Verkaufsphase im April sollen die Ticketpreise auf dem im Dezember angekündigten Niveau eingefroren werden, fordern die beiden Organisationen. Zusätzlich soll der Fußballweltverband mindestens 48 Stunden vorab veröffentlichen, wie viele Tickets pro Kategorie noch verfügbar sind.
Nach Angaben der Beschwerdeführer liegen die günstigsten frei verfügbaren Tickets für das Finale aktuell bei 4.185 US-Dollar. „In den eigenen Bewerbungsunterlagen der Fifa war ein durchschnittlicher Ticketpreis von 1.408 Dollar prognostiziert worden“, teilten FSE und Euroconsumers mit. Zum Vergleich: Für das EM-Finale 2024 in Deutschland seien die günstigsten Tickets für 100 US-Dollar erhältlich gewesen.
Jedes WM-Spiel soll ausverkauft sein
Die EU-Kommission teilte mit, sie werde die Eingabe prüfen und anschließend entscheiden, ob daraus ein
förmliches Verfahren wird. Sollte sich ein Verstoß gegen das
Wettbewerbsrecht ergeben, kann die Kommission die Fifa dazu
verpflichten, die beanstandeten Praktiken zu beenden und hierfür auch
konkrete Auflagen erteilen. Einen festen Zeitplan für die Bearbeitung
solcher Beschwerden gibt es nicht.
Auf der offiziellen Weiterverkaufsplattform der Fifa tauchen derweil WM-Finaltickets zu extrem hohen Summen auf. So wurde etwa ein Sitzplatz der Kategorie drei für das Endspiel im MetLife Stadium in New Jersey mit einem Preis von 143.750 US-Dollar angeboten. Zusätzlich erhebt der Weltverband sowohl von Käufern als auch von Verkäufern jeweils eine Gebühr in Höhe von 15 Prozent.
Nach Angaben der Fifa wurden seit der ersten Ticketverkaufsphase im September fast sieben Millionen Eintrittskarten für die 104 WM-Partien in den USA, Mexiko und Kanada angeboten. Der Präsident des Weltfußballverbandes, Gianni Infantino, hatte zuletzt gesagt, es seien insgesamt 508 Millionen Anfragen für Karten eingegangen. Jedes Spiel sei ausverkauft. Allerdings hält der Weltverband eine nicht näher bezifferte Anzahl von Tickets zurück, die ab April verkauft werden sollen.
