BBL: Basketball-Krimi – Ulm ringt Bonn nieder

Der Ulmer Spieler Alec Anigbata im orangefarbenen Trikot im Zweikampf mit dem Bonner Grayson Murphy.

Stand: 23.03.2026 • 23:29 Uhr

Irre Aufholjagd: Ratiopharm Ulm ringt in einem intensiven Basketballspiel den Tabellendritten aus Bonn 84:77 nieder. Die Ulmer drehen das Spiel in einer spannenden Schlussphase.

Das Aufeinandertreffen zweier Topteams am Montagabend in der Neu-Ulmer Arena wird in den letzten Minuten zu einer nervenaufreibenden Schlacht. Die Gastgeber drehen im Schlussviertel einen Acht-Punkte-Rückstand mit viel Energie und Herz in eine Führung und holen sich auch noch den direkten Vergleich nach der knappen Niederlage im Hinspiel.

Ratiopharm Ulm trifft kaum Dreier

Die Ulmer lassen den am Anfang Ball gut gelaufen, finden immer wieder den freien Mann an der Dreierlinie, treffen aber von zehn Distanzwürfen im ersten Viertel nur zwei. Wenn sie sich durch die Zone kämpfen, wird es besser. Aber es ist von Anfang an ein intensives Spiel mit einer druckvollen Verteidigung der Bonner, die so auch häufiger zu Schnellangriffen kommen. Spannung liegt in der Luft. 20:19 für Bonn nach dem ersten Abschnitt.

13 Führungswechsel in einer Halbzeit

Es bleibt eng – in jeder Hinsicht. Denn viel Platz haben die Angreifer nie. Die Verteidigung ist auf beiden Seiten so aggressiv, dass die Würfe hart erarbeitet werden müssen. Sage und schreibe 13 Mal wechselt die Führung bis zur Halbzeit hin und her. Viele Fouls, viele Freiwürfe, wenig Fluss. Für Ekstase in der Arena sorgt der Ulmer Justin Simon, als er seinem Gegenspieler den Ball klaut, mit Vollgas über das Feld rennt und den Ball per Dunking durch die Reuse hämmert. Er verkürzt auf 37:40. Und im nächsten Angriff trifft Simon gleich wieder in der allerletzten Sekunde der ersten Halbzeit zum 39:40 aus Ulmer Sicht.

Baskets Bonn stark bei Offensivrebounds

Im dritten Viertel erkämpft sich die ratiopharm-Truppe zwischenzeitlich einen Sieben-Punkte-Vorsprung. Doch die Gäste aus dem Rheinland kommen immer wieder mit Offensivrebounds zu zweiten Wurfchancen. Mit zwei Dreiern holt Joel Aminu für Bonn die Führung zurück. Ein knappes Ding zweier Topmannschaften. Ulm liegt 58:61 zurück.

Acht Punkte Vorsprung für Bonn im Schlussviertel

Im Schlussviertel läuft zunächst Jeff Garrett für Bonn heiß, erzielt zwei Distanztreffer, schraubt sein persönliches Punktekonto auf 23 und provoziert nebenbei noch durch hämisches Klatschen das Ulmer Publikum. Das Spiel wird zunehmend zu einer Schlacht, in der sich die Gastgeber auch fehleranfällig zeigen. Bonn führt 70:62. Doch Ulm kämpft, gleicht wieder aus und die letzten drei Minuten werden zum Krimi. 20 Sekunden vor Ende hat Bonn bei zwei Zählern Rückstand und Ballbesitz durchaus noch eine Siegchance. Doch Grayson Murphy passt direkt in die Hände des Ulmer Aufbauspielers Mark Smith. Bonn muss in den verbleibenden Sekunden mehrfach foulen. Ulm entscheidet die Partie an der Freiwurflinie und gewinnt schließlich mit 84:77.

In der Tabelle klettert ratiopharm Ulm auf Rang fünf, während die Bonner auf Platz vier abrutschen. Die Ulmer spielen am kommenden Sonntag wieder, dann in Heidelberg.