Die Fußballerinnen des 1. FC Union Berlin haben in der Frauen-Bundesliga einen dominanten Sieg gefeiert. Am Montagabend gewannen die Köpenickerinnen ihr Heimspiel gegen Werder Bremen deutlich – eine Elfmeterparade inklusive.
- Die Frauenmannschaft des 1. FC Union Berlin empfängt am 21. Spieltag der Frauen-Bundesliga Werder Bremen im Stadion an der Alten Försterei
- Die Köpenickerinnen bestimmen von der ersten Minute an das Spiel
- Kamber, Heiseler und Eurlings treffen für den 1. FC Union
- Hinten pariert Ersatztorhüterin Nadine Böhi einen Bremer Elfmeter
- Union schiebt sich in der Tabelle zurück auf Rang neun
Die Fußballerinnen des 1. FC Union Berlin haben in der Frauen-Bundesliga einen dominanten Sieg gefeiert. Am Montagabend gewannen die Köpenickerinnen ihr Heimspiel gegen Werder Bremen mit 4:1 (3:0). Im Stadion an der Alten Försterei waren sie über 90 lang die klar bessere Mannschaft – profitierten dabei allerdings auch von einer Glanztat ihrer Ersatztorhüterin Nadine Böhi. In der Tabelle zogen die Berlinerinnen somit wieder an RB Leipzig vorbei und beendeten den 21. Spieltag auf Rang neun.
Der Spielverlauf
Etwas mehr als drei Minuten waren am Montagabend gespielt, als Union die erste Chance verzeichnete. Sophie Weidauer prüfte mit einem Schuss von der rechten Strafraumecke Werders Torhüterin Marielle El Sherif (4. Minute). Nicht nur geprüft, sondern geschlagen wurde die Österreicherin im Bremer Tor dann in der 19. Minute.
Nach einem Bremer Foul zwischen Strafraum und linker Eckfahne legte sich Union eine Freistoßvariante zurecht. Kapitänin Lisa Heiseler bediente Hannah Eurlings, die am Fünfmeterraum wiederum Lia Kamber sah und fand. Eine gut hingehaltene Fußspitze später führte Union mit 1:0. Es war eine verdiente Führung: Union machte in den ersten 25 Minuten das Spiel, war offensiv aktiver und defensiv handlungsschneller. Dennoch wackelte die Führung in der 28. Minute bedenklich.
Nach einem Handspiel von Amber Tysiak legte sich Bremens Larissa Mühlhaus den Ball auf dem Elfmeterpunkt zurecht. Ihr Gegenüber: Unions Böhi, die am Montag erst für die verletzte Cara Bösl einsprang und dann bei Mühlhaus Elfmeter in die rechte und damit richtige Ecke hechtete. Auch den Nachschuss parierte Böhi reaktionsschnell.
Ein Schlüsselmoment: Unions Nadine Böhi pariert Werders Elfmeter | Bild: IMAGO/Contrast
Doch es kam noch besser aus Köpenicker Sicht: In der 40. Minute landete eine gute Ecke von rechts und Heiseler erst auf dem Kopf von Werders Verena Wiederer und dann zum 2:0 im Bremer Tor. In der Nachspielzeit der ersten, von Union dominierten Halbzeit war Heiseler dann noch unmittelbarer beteiligt und schob einen ungeschickten Abpraller zum 3:0-Halbzeitstand in die Maschen.
Auch in der zweiten Halbzeit war Union die klar spielbestimmende Mannschaft. Die vorerst größte Chance hatte dabei Kamber, die in der 69. Minute einen Schuss aus 20 Metern an den Querbalken setzte. Vorerst größte Chance, weil Hannah Eurlings einen starken Auftritt in der 78. Minute mit ihrem ersten Union-Tor und dem 4:0 krönte. Der Bremer Ehrentreffen zum 4:1-Endstand durch Lena Patermann (85.) fiel lediglich noch in die Kategorie ‚Ergebniskosmetik‘. In der sechsten Minute der Nachspielzeit sah Werders Amira Arfaoui nach einem Foul noch die Rote Karte.
Was war denn da los?
Während das Spielgeschehen auf dem Rasen mehr als einseitig war, konnten die Gäste aus Bremen zumindest auf den Rängen den einen oder andere Akzent setzen. Wann immer die einmal mehr stimmgewaltigen Fans des 1. FC Union doch mal eine Sekunde durchatmen mussten, setzten Werders zahlreich mitgereiste Fans zum Stimmungskonter an. In einem waren sich der Bremer und Berliner Anhang übrigens einig: Beide Fanlager protestierten mit Bannern gegen Montagsspiele.
Spielerin des Spiels
In der Offensive wirbelten am Montag eine Vielzahl von Unionerinnen – allen voran Heiseler Kamber und Campbell. Defensiv aber, stach eine besonders heraus: Nadine Böhi. In ihrem ersten Spiel seit über drei Monaten war die Schweizerin zumindest in der ersten Halbzeit zwar nur einmal wirklich gefordert, da aber gleich doppelt zur Stelle. Dass sie den Elfmeter mitsamt Strafstoß parierte, ist das eine. Dass sie dies noch beim fragilen Stand von 1:0 tat, das andere.
Ein Bremer Ausgleich nach 30 Minuten hätte dem Spiel mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine andere Dynamik verpasst als eine 3:0-Führung für Union zur Pause. In der zweiten Hälfte bekam Böhi dann übrigens dochh noch ein bisschen mehr zu tun: Am Spielende hatte sie zehn der elf Bremer Schüsse auf ihr Tor pariert.
Zählbares
- 6907 Fans sorgten auf den Rängen für eine Kulisse, die in der Frauen-Bundesliga und insbesondere bei einem Montagsspiel alles andere als gewöhnlich ist
- Bremen hatte am Spielende mit 55 Prozent mehr Ballbesitz als Union und verzeichnete 11:8 Torschüsse
- Union Berlin unterbrach Werders ohnehin stockenden Offensivfluss zusätzlich mit 17 Fouls, von denen drei mit Gelben Karten geahndet wurden
- Am kommenden Sonntag, den 29. März ist Union Berlin beim Top-Team des VfL Wolfsburg zu Gast
Sendung: rbb|24, 23.03.2026, 20:02 Uhr
