Talentschwemme beim FC Bayern: Diesen Plan verfolgt der Klub mit den zahlreichen Profidebüts

Es vergingen Jahre beim FC Bayern, da kam kein einziges Talent aus dem eigenen Nachwuchsleistungszentrum auf Profispielminuten. Zu groß sei der Sprung ins Starensemble war stets die Erklärung. Das hat sich nun schlagartig geändert. Unter Coach Vincent Kompany gilt dieser Tage: Ein Talent geht noch, eines geht noch mehr! Bayerische Debütwochen. 

FC Bayern München: Osmani ist elfter Debütant unter Kompany

Der Belgier setzt die von der Klubführung vorgegebene Marschroute, doch mehr die eigene Jugend einzubauen, konsequenter denn je um. Beim souveränen 4:0-Sieg gegen Union Berlin war es Erblin Osmani (16), der seine Premiere feierte. Der Mittelfeldspieler, normalerweise in der U17 Bundesligamannschaft der Münchner aktiv, durfte sich neben Joshua Kimmich beweisen. 

Damit hat Kompany in seiner Amtszeit einer ganzen (!) Elf zum ersten Profispiel geholfen. Von Lennart Karl über Wisdom Mike zu Maycon Cardozo, der nach seinem Debüt gegen Gladbach am Samstag weitere Einsatzminuten bekam. Was es dem FC Bayern bringt, wenn Kompany jede Woche neue Jungspunde ins kalte Profiwasser wirft? Die Antwort ist wenig überraschend: Geld. 

Bundesligaminuten beim FC Bayern steigern den Marktwert

Denn klar ist: Nicht alle Jungspunde werden auf Dauer bei den Profis Fuß fassen können. Das bestätigte der Coach auf der Pressekonferenz nach dem Duell gegen die Eisernen. Früher oder später wird der ein oder andere den Verein verlassen. Durch Bundesligaminuten bei den Bayern steigert sich allerdings der Marktwert automatisch. Immerhin ist allseits bekannt, wie schwer es ist, für die erste Garde des Vereins zu spielen. 

Heißt: Die Bosse können beim Verkauf höhere Ablösesummen verlangen. Ein Geschäftsmodell, das das bayerische Festgeldkonto auffüllen soll. Adam Aznou, um nur einen zu nennen, brachte dem Klub im vergangenen Sommer satte acht (!) Millionen Euro. Gespielt hat der mittlerweile 19-jährige Linksverteidiger in der Premier League bei Everton noch kein einziges Mal.

Spielt beim FC Everton bisher keine Rolle: Adam Aznou.
Spielt beim FC Everton bisher keine Rolle: Adam Aznou.
© IMAGO
Spielt beim FC Everton bisher keine Rolle: Adam Aznou.

von IMAGO

„}“>

Krätzig verließ die Bayern zu Red Bull Salzburg

Auch Frans Krätzig (nun Red Bull Salzburg) konnte man für rund 3,5 Millionen Euro verkaufen. Durch solche Deals könnte man jedes Jahr auf eine stolze Summe kommen. Schon in der Vergangenheit erklärte Sportdirektor Christoph Freund, dass man am Campus nicht nur Spieler für die eigene Mannschaft ausbilden will, sondern auch für andere Vereine. Die größten Juwelen sollen aber freilich weiterhin in München bleiben. 

Die kann man durch Profieinsätze übrigens auch leichter heraussieben. „Wir wollen die Talente unterstützen, wenn sie Gas geben“, sagt Kompany: „Wenn es mal weniger läuft, sind wir auch noch da. Aber man muss verstehen, dass man alles perfekt machen muss, um auf diesem Niveau zu bleiben. Da braucht es viel Arbeit.“ Und der 39-Jährige muss es ja wissen. Immerhin ging er den gleichen Weg einst selbst.

Kompany unterstützt Marschroute des FC Bayern

Einsatzminuten können da auch als Motivation gesehen werden, dranzubleiben, weiter zu jagen. „Ich finde es immer gut, dass der Verein sagt: Wir schätzen euch und geben euch die Möglichkeit, zu spüren, was es bedeutet, für den FC Bayern zu spielen“, so Kompany. Man kann sich also darauf einstellen, dass Osmani nicht der letzte Debütant unter Kompany war.