

In seiner ersten Pressekonferenz als Fußballtrainer von Eintracht Frankfurt hat Albert Riera gesagt, dass seine Spieler vom Balkon springen werden, wenn er sage, dass sie springen sollen.
Sechs Wochen später kann man sagen, dass der Trainer und sein Team am Saisonende auf keinem Balkon stehen werden, aber immerhin dürfen deren Gegner seitdem auch nicht mehr auf ein Scheunentor schießen. Fliegen wir weiter von den Adlern in Frankfurt zu den Adlern in Oslo.
Dort sollte sich der deutsche Skispringer Philipp Raimund in der Vorwoche nicht auf einen Balkon, aber auf einen Balken setzen und dann im Sturzflug die Schanze hinuntersausen. Allerdings sah Raimund das Risiko, vom Winde nicht nur verweht, sondern verletzt zu werden. Er sagte: „Ich mache den Scheiß hier nicht mit.“
Der Renndirektor sagte: „Wir drängen niemals einen Athleten zu springen, das ist einzig und allein ihre Entscheidung.“ Doch wie frei kann so eine Entscheidung für Athleten sein? Und sollte ein verantwortlicher Verband nicht dafür sorgen, dass Athleten so eine Entscheidung gar nicht erst treffen müssen?
Der Wettbewerb wurde dann wegen des Windes nach nur einem Durchgang abgebrochen. Und Raimund, der als Einziger nicht gesprungen war, hat gezeigt, dass Athleten manchmal eben doch springen sollten: über ihren Schatten.
