Vor WM 2026: Iran wirft Sardar Azmoun aus Nationalteam

Sardar Azmoun im Trikot der iranischen Nationalmannschaft

Stand: 20.03.2026 • 22:55 Uhr

Wegen eines „Aktes der Illoyalität gegenüber der Regierung“ soll Sardar Azmoun aus der iranischen Nationalmannschaft geflogen sein.

Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete über die Maßnahme gegen Azmoun, eine offizielle Bestätigung gibt es nicht. Azmoun gilt als einer der besten Spieler des Landes und stand früher bei Bundesligist Bayer 04 Leverkusen unter Vertrag. Unklar ist, ob er damit noch für die WM 2026 infrage kommt, sofern der Iran dort mitspielt.

Foto mit Herrscher aus Dubai der wahrscheinliche Grund

Der mögliche Hintergrund: Auf einem Foto bei Instagram soll er mit Scheich Mohammed bin Rashid zu sehen gewesen sein. Das ist der Herrscher von Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Azmoun steht beim Klub Al-Ahli Dubai unter Vertrag. Iran griff nach Ausbruch des Krieges auch die Emirate an. Die Bilder entfernte Azmoun später.

Azmoun erzielte seit seinem Debüt im Jahr 2014 in 91 Länderspielen 57 Tore. Der offensive Mittelfeldspieler spielte von 2022 bis 2024 in der Bundesliga für Bayer 04 Leverkusen und kam in 32 Spielen auf fünf Tore. Er spielte außerdem für Zenit Sankt Petersburg und die AS Rom. Für den Iran trat er bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an.

Sardar Azmoun im Trikot von Bayer 04 Leverkusen im Mai 2023

Irans Teilnahme an der WM offen

Die Teilnahme des sportlich qualifizierten Iran steht grundsätzlich in Frage. US-Präsident Donald Trump, Träger der FIFA-Friedenspreises, griff gemeinsam mit Israel den Iran an, seitdem herrscht im Nahen und Mittleren Osten Krieg.

Irans Sportminister kündigte zunächst an, dass der Iran nicht bei der WM mitspielen werde, die Absage wurde jedoch nie offiziell vollzogen. US-Präsident Trump sagte dann, dass der Iran zur WM kommen könne, dies aber aus Sicherheitsgründen „nicht angemessen“ sei – was er nicht konkretisierte. Der iranische Verband teilte daraufhin mit, dass niemand das Team ausschließen könne. Ob der Iran nun das Turnier boykottiert oder nicht, ist offen.

Zuletzt war von einem Wunsch die Rede, die Spiele des Iran nach Mexiko zu verlegen. FIFA-Präsident Gianni Infantino betonte, dass man sich auf ein Turnier mit allen Teams „im veröffentlichten Spielplan“ freue – eine Verlegung von Irans Spielen ist also nicht vorgesehen. Bislang sind die Spiele des Iran gegen Ägypten, Neuseeland und Belgien in Los Angeles und Seattle angesetzt.

Dennis Eckert Ayensa für Iran nominiert

Der deutsche Stürmer Dennis Eckert Ayensa wurde derweil für das iranische Team berufen. Der in Bonn geborene Angreifer spielte in der Jugend beim 1. FC Köln, Alemannia Aachen und Borussia Mönchengladbach. Über Celta Vigo, Excelsior Rotterdam, den FC Ingolstadt und Real Union Saint-Gilloise fand er den Weg zu Standard Lüttich, wo er aktuell spielt.

Der Deutsch-Iraner Dennis Eckert Ayensa wurde in den Kader der iranischen Nationalmannschaft berufen

„Eckert wurde ins Trainingslager eingeladen und wird nach Erhalt der erforderlichen FIFA‑Genehmigungen die Möglichkeit erhalten, im Trikot der iranischen Nationalmannschaft aufzulaufen“, hieß es in einer Mitteilung des iranischen Fußballverbands (FFI). Der 29‑Jährige hat einen deutschen Vater persischer Abstammung und eine spanische Mutter. Seine Tante ist die renommierte iranische Schauspielerin Anahita Dargahi. Das von Cheftrainer Amir Ghalenoei nominierte 35‑köpfige Aufgebot soll für zwei Vorbereitungsspiele in die Türkei reisen, wo Partien gegen Nigeria und Costa Rica geplant sind.

Eckert ist der fünfte deutsche Spieler mit persischen Wurzeln in der Geschichte der iranischen Nationalmannschaft. Vor ihm liefen Ferydoon Zandi, Amir Shapourzadeh, Daniel Davari und Ashkan Dejagah für das Land auf.