Leichtathletik-WM: Kishane Thompson wieder Zweiter – Jordan Anthony holt Gold

Der Amerikaner Jordan Anthony (r.) gewinnt den 60-Meter-Sprint bei der Hallen-Weltmeisterschaft

Stand: 20.03.2026 • 23:27 Uhr

Zum dritten Mal ging es für ihn um Leichtathletik-Gold, zum dritten Mal wurde es Silber: Diesmal musste sich Topsprinter Kishane Thompson bei der Hallen-WM in Torun (Polen) US-Youngster Jordan Anthony geschlagen geben.

Thompson ist einer der schnellsten Männer, die jemals über 100 Meter gelaufen sind. Im vergangenen Jahr sprintete sich der Jamaikaner mit 9,75 Sekunden in der ewigen Bestenliste auf Platz sechs vor – doch auf einen großen Titel wartet er nach wie vor. Zweimal war Thompson in den vergangenen beiden Jahren an seinen Gold-Vorhaben gescheitert, bei den Olympischen Spielen in Paris und der WM in Tokio gab es „nur“ Silber.

Psychospielchen im Halbfinale

Über 60 Meter hatte sich der 24-Jährige kaum gezeigt, seitdem er zur Sprint-Weltspitze gehört, Anfang 2025 bestritt er über die kurze Hallen-Distanz mal drei Rennen. Im Angesicht der Aussicht auf die erste Goldmedaille seiner Karriere änderte sich das in diesem Jahr, 2026 war er vor der Reise nach Torun bereits bei drei Wettkämpfen dabei und verbesserte seine Bestleistung auf 6,46 Sekunden. Er war so auch in Sachen Vorleistung ein Topkandidat auf den Titel.

Im Halbfinale zeigte sich Thompson dann, dass er sich über 60 Meter nicht so sehr auf seine überragende Geschwindigkeit verlassen durfte, um seinen Polen-Trip zu vergolden. Beim Start ging er auf Nummer sicher, verlor so die entscheidenden Meter auf Trayvon Bromell (USA), der in 6,42 Sekunden gewann und vor der Ziellinie noch provokativ zum jamaikanischen Sprint-Star rüberschaute, der für den Endlauf gewarnt war.

Anthony siegt, Thompson im Zielfoto Zweiter

Und in dem reichte es schon wieder nicht. Jordan Anthony zog allen davon, der 21 Jahre alte Trainingspartner von Noah Lyles und Gina Lückenkemper in den USA gewann mit der Jahresweltbestleistung von 6,41 Sekunden – und Silber ging schon wieder an Thompson. Es war das dritte große Welt-Event für ihn, zum dritten Mal wurde er Zweiter. Seine Zeit stoppte bei 6,45 Sekunden, so schnell war er über 60 Meter noch nie gelaufen.

Und wieder mal war es eine Tausendstel-Entscheidung, diesmal aber zu seinen Gunsten. 2024 hatte Thompson in Paris um 0,005 Sekunden das Nachsehen gegen Lyles, diesmal war er 0,001 Sekunden schneller als Bromell, der Bronze holte. Dahinter verpasste der Brite Jeremiah Azu in 6,46 Sekunden ebenfalls denkbar knapp die Medaillenränge.