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Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat am Freitag, 20. März, in Berlin die Ergebnisse der sogenannten „Taskforce „zuverlässige Bahn“ vorgestellt Mit verschiedenen Maßnahmen will man mehr Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit auf der Schiene erreichen, so das Bundesverkehrsministerium (BMV), das die Taskforce eingesetzt hatte. Der Fokus soll dabei auf konkreten und möglichst unmittelbar – das heißt bereits in den Jahren 2026 und 2027 – umsetzbaren Maßnahmen liegen. Unter den präsentierten Ideen finden sich Vorschläge wie „Joker-Gleise“ und mehr Zeitpuffer, die den bahnverkehr pünktlicher machen sollen.
„Mit den heute vorgestellten Maßnahmen haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein der Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene erreicht. Gemeinsam haben sie insgesamt 22 konkrete Maßnahmen entwickelt, die mit pragmatischen Lösungen, wie Joker-Gleisen, Flexabfahrten und verstärkter Digitalisierung schnell für einen pünktlicheren und stabileren Bahnbetrieb sorgen sollen. Mein Dank gilt allen Beteiligten für die Bereitschaft, auch kontroverse Themen anzupacken. Jetzt kommt es auf die entschlossene Umsetzung an, damit die Verbesserungen schnellstmöglich für die Fahrgäste spürbar werden“, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder bei der Vorstellung der Maßnahmen.
Unter den „Joker-Gleisen“ sind Gleise zu verstehen, mit denen in manchen Bahnhöfen – „abhängig von den lokalen Gegebenheiten“ einzelne Bahngleise gezielt freigehalten werden sollen. Solche „Joker-Gleise“ sollen zusätzliche Kapazitäten für kurzfristig erforderliche dispositive Entscheidungen schaffen und „damit spürbar zur Verbesserung der Pünktlichkeit“ beitragen, erklärte das Bundesverkehrsministerium. Angedacht ist auch, dass Züge früher abgefertigt werden und damit rechtzeitig losfahren. „Hierzu wird die im Fahrplan ausgewiesene Abfahrtzeit gegenüber der betrieblich vorgesehenen Abfahrtzeit leicht vorgezogen (z.B. um eine Minute)“, hieß es. Auf manchen Strecken soll zudem von 2027 an mehr Puffer gebildet werden, indem mehr Zeit zwischen Zügen eingeplant wird.
In der Zugdisposition soll künftig auf KI-Unterstützung gesetzt werden. Derzeit erfolgt die Disposition von Zügen ausschließlich durch das Personal in Stellwerken und Betriebszentralen. Die Vielzahl kurzfristiger Fahrplanänderungen führe dabei zu „hohem Entscheidungsaufwand, und nicht immer können die betrieblich optimalen Lösungen gefunden werden“, erklärte das BMV. Künftig soll eine KI-basierte Dispositionsassistenz „frühzeitig Konflikte und Engpässe in der Zugdisposition erkennen und geeignete Handlungsvorschläge unterbreiten“. Dabei sollen auch „Vorschläge der Zugbetreiber berücksichtigt, um die Entscheidungsqualität weiter zu erhöhen“.
An der Arbeit der Taskforce seit November 2025 beteiligten sich Vertreter von Bund, Ländern, Eisenbahn-Bundesamt, Bundesnetzagentur, Eisenbahnverkehrsunternehmen, Aufgabenträgern, Verbänden, Gewerkschaften und der DB InfraGo. Mit dem Bericht endet die Arbeit der Taskforce, „sie hat ihren Auftrag erfüllt“, hieß es aus dem Bundesverkehrsministerium. Zugleich markiere der Bericht den Startpunkt für die Umsetzung der Maßnahmen.
