Europapokal: Freiburg und Mainz im Viertelfinale, der VfB ist raus – Sport

Als Matthias Ginter in der 25. Minute den Ball in der Vorwärtsbewegung vom KRC Genk eroberte, passte und anschließend in den Strafraum durchsprintete, sahen alle 33 000 im Freiburger Stadion: Der Einzige in der Freiburger Mannschaft, der schon mal in einem Europapokal-Viertelfinale gestanden hatte, wollte das mit seinem SCF unbedingt wiederholen.

Seine Wuchtaktion wurde belohnt. Einmal im Strafraum angekommen, setzte er zum Flugkopfball an und bereitete das 2:0 von Igor Matanovic vor. Ach ja, das 1:0 hatte Ginter selbst erzielt. Per Kopf nach perfektem Freistoß-Service des anderen Ur-Freiburgers Vincenzo Grifo. Der wiederum schoss nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer der Belgier das 3:1 und ebnete den Weg zum Endergebnis von 5:1 (2:1). Mit seinem 106. Pflichtspieltreffer machte er sich zudem zum alleinigen Freiburger Rekordtorschützen.

Mit dem Sieg konnten die Breisgauer die 0:1-Hinspielniederlage mehr als wettmachen und schafften Historisches: den ersten Einzug in die Runde der besten acht Teams.

Der VfB hingegen verzweifelte in Porto an Torhüter Diogo Costa. „Er ist sicher der MVP der beiden Spiele“, lobte Nationalspieler Deniz Undav bei RTL. Für die Stuttgarter war spätestens nach dem Traumtor zum 0:2-Endstand von Victor Froholdt, dem ein Fehler von Angelo Stiller vorangegangen war, klar: Ab jetzt liegt der Fokus auf der Champions-League-Qualifikation und dem DFB-Pokal-Halbfinale.

Die Fans des 1. FSV Mainz 05 konnten ähnlich ausgelassen feiern wie die Freiburger. Sie bejubelten nach einem 2:0-Erfolg gegen die Tschechen von Sigma Olmütz ebenfalls den ersten Einzug in ein Europapokal-Viertelfinale, wenn auch in der niedrigeren Conference League. Den Nullfünfern bleibt die Doppelbelastung neben dem Abstiegskampf. Immerhin, das werden Spieler wie Fans sagen, ist Viertelfinalgegner RC Straßburg recht nah. Der SC Freiburg muss weiter reisen. Gegen Celta Vigo geht es neben dem Halbfinaleinzug auch darum, die letzten Hoffnungen auf einen fünften Champions-League-Startplatz für die Bundesliga am Leben zu halten.