
Obwohl er in einer Krise steckt, will der deutsche Autohersteller Volkswagen seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer zusätzlichen Prämie am Gewinn aus dem Jahr 2024 beteiligen. Der
Vorstand habe eine einmalige Zahlung von 1.250 Euro für die
Tarifbeschäftigten der Volkswagen AG und Volkswagen Sachsen GmbH beschlossen, teilte der Konzern in Wolfsburg mit.
Unternehmen und Arbeitnehmerseite hatten sich eigentlich darauf geeinigt, keine Boni zu zahlen.
„Wir gehen aktuell durch eine schwierige Zeit der Restrukturierung“, sagte Thomas Schäfer, Chef der Marke Volkswagen. Die Prämie solle die gemeinsamen Anstrengungen beim Konzernumbau würdigen.
„Der hohe Einsatz der gesamten Belegschaft hat
zu dem guten Ergebnis der Marke Volkswagen geführt – das wiederum zahlt
auf unser Konzern-Ergebnis ein“, sagte die Gesamtbetriebsratsvorsitzende
Daniela Cavallo mit Blick auf das Ergebnis von vor zwei Jahren. Es sei nur folgerichtig und fair, dass alle
Beschäftigtengruppen profitierten, sagte sie der Belegschaft.
Aus dem Umfeld des Gesamtbetriebsrates war zu hören, dass die
Vorstellungen zur Prämienhöhe angesichts der aktuellen Situation weit auseinandergelegen hätten, bevor Cavallo die 1.250 Euro habe durchsetzen können. Während die
Arbeitnehmervertretung 1.500 Euro anvisiert habe, habe der Vorstand
ursprünglich höchstens 500 Euro gewollt.
Der Konzern hatte in der vergangenen Woche einen Gewinneinbruch nach
Steuern um rund 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro gemeldet. Als Reaktion darauf hat sich der Autobauer einen
Sanierungskurs verordnet. In den kommenden Jahren sollen unter anderem 50.000 Stellen wegfallen.
