Harry Kane baute sich im gegnerischen Strafraum auf, er blickte hinüber zum Schiedsrichter, gestikulierte mit den Armen – er war, wie man in seinem Heimatland England sagt, on fire. Kane forderte einen goddamn Handelfmeter! Das war nicht selbstverständlich. Es lief die 22. Minute, es stand zwar noch 0:0 in diesem Achtelfinal-Rückspiel des FC Bayern gegen Atalanta Bergamo, das die Münchner am Ende 4:1 gewinnen würden. Aber nicht nur die anwesenden Mathegenies auf den Rängen kannten den wahren Spielstand, der sich aus der Addition mit den Toren des Hinspiels ergab. Bayern führte 6:1. Das Achtelfinale in seiner Gesamtheit war selbstverständlich rum. Harry Kane aber führte dem Schiedsrichter eine energetische Handspielpantomime von Bergamos Giorgio Scalvini auf, so emotionsgeladen wie sie weniger beflissene Stürmer nicht mal in der Verlängerung eines WM-Finals hinbekommen.
