Die Ex-Partner Cathy (38) und Mats Hummels (37) teilen sich das Sorgerecht um den gemeinsamen Sohn Ludwig (8). Im Rahmen eines 50/50-Erziehungsmodells lebt der Schulbub seit vergangenem Sommer wochenweise beim Vater und der Mutter. In Deutschland ist dieses Wechselmodell nicht weit verbreitet. Nach Trennungen leben vor allem kleinere Kinder meist überwiegend bei einem Elternteil im sogenannten Residenzmodell. Warum ist das so? Welche Herausforderungen kann ein 50/50-Modell mit sich bringen?
Erziehungsplan von Cathy und Mats Hummels: Psychologe über Herausforderungen
„Grundsätzlich ist die Trennung der Eltern, auch wenn sie noch so sinnvoll und vernünftig ist, für Kinder oft eine schmerzhafte Erfahrung“, meint Kinderpsychologe Tobias Szuwart in der AZ. Er betont in Bezug auf das 50/50-Erziehungsmodell: „Der Wechsel zwischen zwei Haushalten bringt selbstverständlich zusätzliche Herausforderungen mit sich. Zum Beispiel kann es sein, dass sich Kinder nirgendwo so richtig zu Hause fühlen, das andere Elternteil vermissen, Angst haben, etwas zu verpassen, oder unter der Unruhe leiden, die damit verbunden ist.“ Zugleich biete dieses Wechselmodell aber auch Chancen. Ein Kind tauche „in verschiedene Alltagsstrukturen“ ein, was im späteren Leben als „echte Bereicherung“ erlebt werden könnte, so der Kinderpsychologe im AZ-Interview.
„Es fällt vielen Müttern schwer, ihre Kinder gehen zu lassen“
Wenn zuvor ein anderes Erziehungsmodell gelebt wurde, kann das 50/50-Modell auch für Mütter eine Herausforderung darstellen. Cathy Hummels machte kein Geheimnis daraus, dass es ihr anfangs schwerfiel, ihren Sohn regelmäßig an Papa Mats abzugeben. Bis Juli 2025 lebte Ludwig größtenteils bei ihr in Bogenhausen und dann in Schwabing. Tobias Szuwart in der AZ: „Es fällt vielen Müttern schwer, ihre Kinder gehen zu lassen. Nicht nur aus Sorge um ihre Kinder, sondern auch, weil sie sich unter Umständen alleingelassen fühlen oder das Gefühl haben können, nicht mehr so gebraucht zu werden.“

© Daniel Kummer PHOTOGRAPHY
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Oft sei jedoch zu beobachten, wie Mütter lernen, die „kinderfreie Zeit für sich selbst, ihre Persönlichkeitsentwicklung und zur Erholung von ihrer Mutterrolle“ zu nutzen, meint Szuwart. Das war auch bei Cathy Hummels der Fall. Die Influencerin betonte, es fühle sich nun richtig an, ihren Sohn zeitweise an Vater Mats Hummels abzugeben. „Weil ich mich auch mal auf mein Privatleben konzentrieren kann“, so die beliebte Moderatorin.
„Struktur und Verlässlichkeit“: Große Verantwortung für Eltern
Anfang März verriet Mats Hummels, der nach seinem Rom-Abschied wieder in München lebt, dass die Tage mit Sohn Ludwig komplett durchstrukturiert seien. Ein Phänomen, was bei vielen Eltern zu beobachten ist, so der Kinderpsychologe in der AZ. Bei der Erziehung von Kindern sei jedoch wichtig, dass auch die Eltern selbst „für Struktur und vor allem Verlässlichkeit sorgen“, meint Tobias Szuwart. Das betreffe vor allem „die Umgangsregelungen“ mit den Kindern. Dass der Nachwuchs unter Umständen „eine Persönlichkeitsreifung“ bei Eltern anstößt, sei im Weiteren „völlig gesund und in Ordnung“.
Der Experte warnt aber auch: „Schwierig wird es bloß, wenn sich Kinder um ihre Eltern kümmern müssen, weil diese instabil oder sogar krank sind. Dann sprechen wir von einer sogenannten Parentifizierung, die später bei Kindern für erhebliche psychologische und emotionale Schwierigkeiten sorgen kann.“
„Kinder versuchen, Eltern gegeneinander auszuspielen“
Speziell beim 50/50-Modell sei wichtig, dass Vater und Mutter im Austausch bleiben, so der Kinderpsychologe: „Auch wenn Eltern nicht mehr als Ehepaar zusammen sind, bleiben sie doch auf Lebenszeit ein Elternpaar. Hier ist Teamwork und gute Kommunikation in Bezug auf die Kinder essenziell. Denn Kinder versuchen gern, Eltern gegeneinander auszuspielen oder Regeln zu umgehen.“
Neben der Mama spiele durchaus auch der Papa eine zentrale Rolle, so Tobias Szuwart. „Wir wissen, dass Kinder auch präsente Väter brauchen, um sich psychologisch und emotional altersgerecht von ihren Müttern und später auch von den Vätern ablösen zu können.“ Das Fazit des Psychologen fällt eindeutig aus: „Es bringt also wenig, als Eltern gegeneinander zu arbeiten.“
