Nur eine Woche nach seiner Gehirnerschütterung gibt Jonas Urbig sein Comeback im FC-Bayern-Tor. Für das Rückspiel des Champions-League-Achtelfinales wäre aber auch der 16-jährige Leonard Prescott zur Verfügung gestanden.
Dem Einsatz von Bayern Münchens Torhüter Jonas Urbig im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League am Mittwochabend gegen Atalanta Bergamo steht allem Anschein nach nichts mehr im Wege. Der 21 Jahre alte Schlussmann erhielt am Morgen die medizinische Freigabe, wie Sky berichtet.
Im Pressegespräch am Tag vor dem Rückspiel gegen Atalanta ließ Trainer Vincent Kompany die Torhüter-Frage noch offen: „Die Entscheidung für morgen wird eine rein medizinische Entscheidung sein. Wenn alles passt morgen früh und es läuft, wie es jetzt läuft, dann steht Urbig normal im Tor. Wenn nicht, dann müssen wir eine andere Lösung nutzen, und das werden wir auch machen.“
Neuer, Urbig & Prescott im Abschlusstraining
Die andere Lösung wäre, wie Kompany bestätigte, Leonard Prescott gewesen. Der 16-Jährige wurde im Abschlusstraining von prominenten Kollegen begleitet: Manuel Neuer joggte locker auf den Trainingsplatz an der Säbener Straße – und Jonas Urbig. Kompany ist „natürlich zufrieden, dass Manu wieder da ist, dass Jonas auch ganz normal trainieren kann.“
Für Neuer (Wadenzerrung) wäre ein Einsatz gegen Bergamo zwar noch zu früh gekommen. Die Nummer zwei des Rekordmeisters machte nach seiner Gehirnerschütterung, die er im Hinspiel (6:1) gegen Atalanta Bergamo erlitten hatte, schon im Training einen ziemlich fitten Eindruck: Er fing die Bälle, die aus kürzester Distanz auf sein Tor gefeuert wurden, er sprintete, hechtete, parierte.
Gehirnerschütterung keine Lappalie
Eine Gehirnerschütterung, auch Schädel-Hirn-Trauma genannt, ist alles andere als eine Lappalie. Ein Einsatz bei nicht vollständig ausgeheilter Gehirnerschütterung kann vor allen Dingen bei jungen Sportlern bei einem erneuten Trauma zum sogenannten „Second Impact Syndrom“ führen. Dies könnte im schlimmsten Fall zu dauerhaften Einschränkungen oder gar zum Tod des Sportlers führen. Deswegen wurde der 22-jährige Urbig am Spieltag selbst nochmal gründlich untersucht.
Für die Alternativlösung Prescott, der 16-Jährige, der als großes Torwart-Talent gilt, wäre es das Profi-Debüt beim FC Bayern gewesen. Ein Debüt, das durch eine kuriose Serie von Verletzungen von Neuer, Urbig, Sven Ullreich und der Nummer eins des Amateur-Teams, Luka Klanac, ganz nah war.
Teenager Prescott bekommt „volle Rückendeckung“
Der junge Torhüter, der durch die Situation vor allem medial enorme Aufmerksamkeit bekommen hat, hätte sich laut Kompany bei einem möglichen Debüt voll auf sein Team verlassen können: „Wenn er morgen spielen muss, bekommt er volle Rückendeckung, volle Unterstützung. Wir haben viele gute Spieler in der Mannschaft, die natürlich in diesem Spiel helfen würden.“
Mit Blick auf den Rest der Mannschaft fügte der Belgier noch an: „Es wird nie ein junger Spieler in dieser Mannschaft die Hauptrolle bekommen. In dieser Konstellation, in der wir jetzt sind – egal was passiert morgen – haben wir volles Vertrauen.“ Und selbst wenn es kein Profi-Debüt gegen Atalanta geben sollte, ist eines sicher: Den Namen Leonard Prescott kennen nun plötzlich Fußballfans in ganz Europa.
Video: Presserunde mit Vincent Kompany vor Champions League
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Quelle: BR24Sport im Radio 17.03.2026 – 10:55 Uhr
