Olympia-Bewerbung: Hamburg plant schwimmende Spielstätten auf der Alster

Hamburg will nachhaltige und bürgernahe Olympische Sommerspiele im Herzen der Stadt abhalten. Mit temporären Sportstätten auf der Binnenalster, kurzen Wegen, recycelbaren Arenen sowie kostengünstigen Tickets für die Hamburgerinnen und Hamburger. Ein entsprechendes Bewerbungskonzept stellte die Senatsregierung am Dienstag vor.

„Wir können ein neues Kapitel unserer Stadtgeschichte schreiben, die für Internationalität, Vielfalt und ein friedliches Miteinander der Völker steht“, sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Es gebe in ganz Deutschland keinen besseren Ort, um die olympische Idee im 21. Jahrhundert wieder aufleben zu lassen.

Grote: Olympische Spiele in Deutschland 2036 „extrem unrealistisch“

Formell bewirbt sich Hamburg zusammen mit Schleswig-Holstein für die Austragung der Olympischen Sommerspiele und der Paralympics 2036, 2040 oder 2044. Nach Angaben von Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) sind jedoch Olympische Spiele in Deutschland schon im Jahr 2036 „extrem unrealistisch“. Für das Jahr sei ein asiatischer Austragungsort „eigentlich gesetzt“. Hamburg könne sich auf das Jahr 2040, gegebenenfalls 2044 konzentrieren, so Grote. Das vorliegende Konzept der Stadt bis 2036 zu realisieren, bezeichnete er als „sehr sportlich“.

Ende Mai sollen die Hamburgerinnen und Hamburger in einem Referendum über das Vorhaben abstimmen. Bewerbungen gibt es auch von Berlin, München und der Region Rhein-Ruhr. Setzt sich einer der deutschen Kandidaten durch, würden damit erstmals seit 1972 wieder Sommerspiele in Deutschland stattfinden.

Ein „Olympisches Band“ durch die Stadt soll entstehen

Dem Konzept der Senatsregierung zufolge sollen die Spiele in Hamburg solche der kurzen Wege werden. Rund 80 Prozent der Athletinnen und Athleten würden in der derzeit entstehenden „Science City“ wohnen – überwiegend in Wohnungen, die danach weitergenutzt werden sollen. 85 Prozent der Wettbewerbe sollen in einem Radius von sieben Kilometern stattfinden. Für die Spiele sollen bestehende Parks ausgebaut und weitere hinzukommen zu einem „Olympischen Band“ durch die Stadt.

Die Eröffnungsfeier soll auf einer großen Bühne auf der Binnenalster stattfinden, Bogenschießen soll es auf einer schwimmenden Plattform geben, Kletterwettkämpfe sollen am südlichen Elbufer abgehalten werden, Radrennen mit Zielankunft in der Speicherstadt. Innensenator Grote sprach von „einzigartigen“ Bildern, die entstehen und sicherlich weltweit für Aufmerksamkeit sorgen würden.

DSGVO Platzhalter

Die Olympischen Spiele sollten „nahbar, erlebbar und zugänglich“ sein, als Orientierung dienten die Wettkämpfe in Paris, so Grote. Einige Sportstätten wie die BMX- oder auch die Skateboardanlage sollen nach den Spielen ab- und andernorts in der Hansestadt wieder aufgebaut werden.

Tschentscher zufolge wären Olympische Spiele eine enorme Chance für die Hansestadt, auch um schon geplante Infrastrukturprojekte mit Unterstützung des Bundes voranzutreiben. Ein Finanzkonzept, das kürzlich vorgestellt wurde, sieht ein Budget von insgesamt rund 4,8 Milliarden Euro vor. Die Organisations- und Durchführungskosten werden den Plänen nach vollständig von den Einnahmen gedeckt.

Zudem sind rund 1,3 Milliarden Euro an Investitionen vorgesehen, von denen die Stadt langfristig profitieren soll. Das betrifft etwa Umbau und Modernisierung bestehender Sportstätten, Investitionen in Parks und öffentlichen Nahverkehr. Wobei man in der Stadt hier auch auf Gelder des Bundes hofft. Tschentscher sprach in dem Zusammenhang von „nationalem Rückenwind“, den es dann für das Projekt geben werde.