Innerhalb weniger Tage: Gas verteuert sich für Neukunden um mehr als 20 Prozent

Innerhalb weniger TageGas verteuert sich für Neukunden um mehr als 20 Prozent

17.03.2026, 10:20 Uhr

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Besonders wer im Grundversorgungstarif steckt, könnte noch deutlich sparen. (Foto: IMAGO/Christian Ohde)

Der Iran wird bombardiert, die Großhandelspreise für Gas verteuern sich in der Konsequenz massiv. Für Bestandskunden hat dies noch keine Auswirkungen, aber die Neukundenpreise steigen nun deutlich.

Für die meisten Haushalte hatte der Anstieg der Großhandelspreise zunächst keine direkten Auswirkungen, da sie länger laufende Verträge haben und Preisänderungen an der Börse erst mit Verzögerung bei Bestandskunden ankommen. Neu abgeschlossene Verträge haben sich hingegen innerhalb weniger Tage um 1,7 Cent pro Kilowattstunde verteuert – ein Anstieg von rund 21 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Vergleichsportals Verivox.

„Bestandskunden müssen vorerst keine Gas-Preiserhöhungen befürchten. Die Sorge vor einer länger anhaltenden Schließung der Straße von Hormus und die aktuell hohen Großhandelspreise sorgen jedoch dafür, dass die Neukundenpreise nun deutlich anziehen. Verbraucher sollten daher ihren aktuellen Vertrag prüfen – und wenn möglich das derzeit oft noch günstige Preisniveau für die kommende Heizsaison sichern. Aktuell liegen die Neukundenpreise immer noch auf dem Niveau des Vorjahres“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. „Selbst wenn der Vertrag noch einige Zeit läuft, viele Anbieter erlauben den Wechsel bis zu 12 Monate im Voraus,“ erklärt Storck.

Sparpotenzial von 700 Euro

Grund für den deutlichen Preissprung sind die stark gestiegenen Großhandelspreise für Erdgas infolge des Angriffs auf den Iran. Am niederländischen Handelsplatz TTF, der als maßgeblicher Referenzmarkt für Europa gilt, bewegte sich der Preis vor Beginn der Kampfhandlungen zwischen 30 und 32 Euro je Megawattstunde. Zwischenzeitlich kletterte er in der Spitze auf knapp 66 Euro und damit auf mehr als das Doppelte. Aktuell notiert Erdgas im Großhandel bei rund 52 Euro je Megawattstunde. Das sind rund 68 Prozent über dem Vorkriegsniveau.

Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) bezahlte im Februar 2026 im bundesweiten Durchschnitt im günstigsten Gastarif mit zwölfmonatiger Preisgarantie rund 8,2 Cent pro kWh. Aktuell liegt das günstigste Angebot im Bundesschnitt bei rund 9,9 Cent/kWh. Das ist ein Kostenplus von rund 21 Prozent.

Der durchschnittliche Gaspreis für Haushaltskunden im örtlichen Grundversorgungstarif liegt im März 2026 bei 13,4 Cent/kWh, was bei einem Verbrauch von 20.000 kWh Heizkosten von 2688 Euro entspricht. Im günstigsten Angebot mit Preisgarantie werden aktuell rund 9,9 Cent/kWh fällig, die Jahreskosten liegen dann bei 1972 Euro. Durch die Auswahl des richtigen Gastarifs können die Heizkosten also um über 700 Euro gesenkt werden.

Quelle: ntv.de, awi