Prognose deutlich hochgeschraubtNvidia sieht bei KI-Chips Umsatzpotenzial von einer Billion Dollar
17.03.2026, 06:56 Uhr
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Der KI-Markt ist groß. So groß, dass es selbst Platzhirsch Nvidia schwerfällt, das Potenzial genau vorherzusagen. Gerade hieß es noch, 500 Milliarden Dollar könnten verdient werden, jetzt wird die Angabe verdoppelt.
Nvidia traut dem Markt für seine KI-Chips bis zum Jahr 2027 ein Umsatzvolumen von mindestens einer Billion Dollar zu. Die auf seiner Entwicklerkonferenz GTC in Kalifornien vorgetragene Prognose liegt damit deutlich über der Schätzung von 500 Milliarden Dollar bis 2026, die der US-Chipkonzern bei seinen jüngsten Quartalszahlen nannte. Konzernchef Jensen Huang skizzierte am Montag vor mehr als 18.000 Zuschauern in einer Eishockey-Arena in San Jose die Strategie, mit der der Branchenprimus seine Position in dem schnell wachsenden Markt verteidigen will. Huang nannte aber keine Details zu der Prognose. Zu der viertägigen Veranstaltung selbst sagte er: „Ich möchte Sie daran erinnern, dass dies eine Technologiekonferenz ist.“
Ein Schwerpunkt von Huangs Präsentation lag auf der sogenannten Inferenz, bei der die Systeme Nutzeranfragen beantworten, statt neue KI-Modelle zu trainieren. „Der Wendepunkt bei der Inferenz ist erreicht“, sagte er. Um sich in diesem Bereich breiter aufzustellen, präsentierte Nvidia ein neues KI-System, das auf Technologie des Startups Groq basiert. Nvidia hatte die Technologie im Dezember für 17 Milliarden Dollar lizenziert. Trotz der Namensähnlichkeit hat der Konzern nichts mit der Künstlichen Intelligenz Grok des Elon-Musk-Konzerns xAI zu tun.
Der Rechenprozess soll künftig in zwei Schritte unterteilt werden: Nvidias „Vera Rubin“-Chips übernehmen die erste Phase, in der menschliche Sprache in für Computer verständliche Datenbausteine übersetzt wird. Chips von Groq bearbeiten den zweiten Schritt und liefern die Antwort.
An der US-Börse wurden die Ankündigungen von Huang positiv aufgenommen. Die Nvidia-Aktie schloss 1,6 Prozent höher, nachdem sie kurzzeitig noch deutlicher zugelegt hatte. Die Prognose eines Billionen-Marktes unterstreiche die dauerhafte Nachfrage nach Nvidias KI-Infrastruktur trotz der Sorgen einiger Investoren, sagte Emarketer-Analyst Jacob Bourne. Dies signalisiere, dass Nvidia seine Führungsrolle behaupte, während die Branche über erste Experimente hinausgehe und nun die breite Anwendung in Angriff nehme.
Bei Hochleistungschips für das Training von ChatGPT, Gemini & Co ist Nvidia der unangefochtene Weltmarktführer. In den vergangenen Jahren haben KI-Entwickler wie OpenAI oder die Facebook-Mutter Meta derartige Prozessoren im Wert von Hunderten Milliarden Dollar bestellt. Inzwischen verlagern sie ihre Investitionen jedoch auf die Inferenz. Nvidia-Kunden wie Meta, die Alphabet-Tochter Google und OpenAI entwickeln jeweils eigene Produkte oder haben diese bereits im Einsatz. Google will darüber hinaus Nvidias Vormacht bei Entwicklungsumgebungen für KI-Prozessoren angreifen.
