Kuba: Erneut großflächiger Stromausfall auf Karibikinsel

Auf Kuba ist am Montag das landesweite Stromnetz
zusammengebrochen. Rund zehn Millionen Menschen waren ohne Strom. Auch die Hauptstadt Havanna war am Mittwoch von dem Ausfall in zwei Dritteln des Landes betroffen. Der staatliche Stromversorger UNE erklärte, Ursache sei ein Schaden im Antonio-Guiteras-Kraftwerk im Westen Kubas.

Der Vorfall ist der jüngste in einer Reihe von großflächigen Stromausfällen, die teilweise Tage ‌andauern. Am Wochenende hatten diese zu seltenen gewaltsamen Protesten in dem kommunistisch regierten Land geführt.

Die Energieversorgung der Karibikinsel stützt sich hauptsächlich auf veraltete, ölbefeuerte ‌Kraftwerke. Venezuela spielte lange eine ‌zentrale Rolle bei der Ölversorgung. Allerdings nahmen die USA Anfang Januar den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro in Venezuela fest und überführten ihn in die USA. Präsident Donald Trump hat venezolanische Öllieferungen nach Kuba ⁠unterbunden und drohte jedem Land mit Zöllen, das Öl an die Insel verkauft. Kubas Präsident Miguel Diaz-Canel erklärte vergangene Woche, sein Land habe seit drei Monaten keine Treibstofflieferungen mehr erhalten. ⁠Am Freitag teilte die ‌Regierung in Havanna mit, Gespräche mit den USA aufgenommen zu haben.

Um die chronischen Engpässe abzufedern, setzte Kuba auch schwimmende Kraftwerksschiffe aus der Türkei sowie dezentrale Dieselgeneratoren ⁠ein. Zuletzt trieb ⁠Havanna mit chinesischer Unterstützung den Ausbau erneuerbarer Energien voran. Diaz-Canel erklärte Anfang des Jahres, ⁠dass
Solaranlagen ⁠inzwischen rund 1000 Megawatt beisteuerten. Das entspreche
etwa 38 Prozent der tagsüber erzeugten Energie. Dennoch ‌deckt das Angebot die Nachfrage oft nicht: Einem Bedarf von mehr als 3000 Megawatt stand zuletzt häufig eine Erzeugungskapazität von weniger als 2000 Megawatt gegenüber.

Neben den ständigen Stromausfällen machen auch eine hohe Inflation sowie Lebensmittel- und Medikamentenknappheit der kubanischen Bevölkerung zu schaffen.