Coba: Keine Gesprächsgrundlage: Bundesregierung stellt sich gegen Unicredit-Coup

Coba: Keine Gesprächsgrundlage Bundesregierung stellt sich gegen Unicredit-Coup

16.03.2026, 13:13 Uhr

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Um die Commerzbank wird gekämpft. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Die Commerzbank wehrt sich seit Monaten gegen die Begehrlichkeiten der Unicredit. Daran ändert auch der jüngste Schachzug aus Italien nichts. Rückendeckung bekommt das Finanzinstitut derweil von der Bundesregierung.

Die Bundesregierung lehnt eine Übernahme der Commerzbank durch die italienische Unicredit weiterhin ab. „Der Bund unterstützt die Strategie der Eigenständigkeit der Commerzbank“, sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums in Berlin. „Eine feindliche Übernahme wäre insbesondere mit Blick darauf, dass die Commerzbank eine systemrelevante Bank ist, nicht akzeptabel.“

Derweil sieht die Commerzbank aktuell keine Grundlage für Gespräche mit der Unicredit. „Das angekündigte Übernahmeangebot ist nicht mit der Commerzbank abgestimmt“, teilte der Frankfurter Dax-Konzern mit. „Darüber hinaus beinhaltet die Kommunikation der Unicredit keine weiteren Informationen bezüglich der Eckpfeiler einer wertstiftenden Transaktion. Das wäre die notwendige Grundlage für etwaige Gespräche.“

Die Unicredit hatte zuvor bekanntgegeben, ihren Anteil an der deutschen Bank auf über 30 Prozent steigern zu wollen. Die italienische Großbank war 2024 überraschend und im großen Stil bei der Commerzbank eingestiegen. Behördlich grünes Licht haben die Italiener bislang für die Übernahme von Anteilen bis zu 30 Prozent. Um ihren Anteil auf über 30 Prozent zu steigern, muss die Unicredit den Commerzbank-Aktionären ein offizielles Übernahmeangebot unterbreiten. Dieses kündigte die Großbank am Morgen an.

„Wenn es ein förmliches Angebot gibt, dann ist es Sache des Vorstands und des Aufsichtsrats der Commerzbank, dieses dann zu prüfen und eine Empfehlung an die Aktionäre auszusprechen“, sagte der Ministeriumssprecher. „Die Position der Bundesregierung dazu ist bekannt, und sie ist auch in allen Punkten unverändert.“

Ob die 30 Prozent überschritten werden dürfen, hängt von einer Prüfung durch die Europäische Zentralbank ab. „Darüber hinaus gibt es eine kartellrechtliche Prüfung durch das Bundeskartellamt“, sagte der Sprecher. Die Bundesregierung kann das Geschäft formell nicht untersagen.

Der Bund hält derzeit noch rund zwölf Prozent der Anteile an der Commerzbank. Er war in der Finanzkrise 2008 bei der Frankfurter Bank eingestiegen. Seitdem hat er seine Anteile reduziert – zuletzt im Jahr 2024. Nach dem Einstieg der Unicredit kündigte Berlin an, zunächst keine weiteren Anteile zu verkaufen.

Quelle: ntv.de, jki/AFP