Frühjahrsmüdigkeit: Schlapp und müde, wenn alles blüht

Frühjahrsmüdigkeit: Frau draußen in der Natur gähnt.

Stand: 16.03.2026 10:21 Uhr
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Typische Symptome der Frühjahrsmüdigkeit sind Abgeschlagenheit und Kreislaufprobleme. Welche Ursachen gibt es und was kann man dagegen tun? Was sagt die Forschung: Gibt es Frühjahrsmüdigkeit überhaupt?

von Lena Dreyer

Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und überall fängt es an zu blühen. Doch statt wieder mehr Energie und Motivation zu haben, fühlen sich viele Menschen im Frühjahr abgeschlagen, antriebslos und müde. Häufig wird als Ursache die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit angeführt.

Frühjahrsmüdigkeit: Die typischen Symptome

Viele Menschen spüren die Frühjahrsmüdigkeit auf unterschiedliche Weise. Zu den häufigsten Symptomen zählen:

Wie stark die Beschwerden ausfallen, kann von Person zu Person variieren.

Studienlage zu Frühjahrsmüdigkeit

Doch was sagt die Forschung zum Phänomen der Frühjahrsmüdigkeit? Tatsächlich scheiden sich bei diesem Thema die Geister – speziell die der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Grund: Auch wenn die Frühjahrsmüdigkeit ein weitverbreitetes Phänomen ist, gibt es dafür bisher nur wenige wissenschaftliche Belege.

Eine Studie der University of Notre Dame hat untersucht, wie sich der Wechsel von Winter auf Frühling auf das Schlafverhalten des Menschen auswirkt. Als Kernergebnis kristallisiert das Forschungsteam heraus, dass die Jahreszeiten einen geringen, aber messbaren Einfluss auf den Schlaf haben.

In einer aktuellen Studie kommen die Studienautoren Christine Blume vom Zentrum für Chronobiologie der Universität Basel und Albrecht Vorster vom Inselspital Bern hingegen zu dem Schluss, dass Frühjahrsmüdigkeit ein kulturelles, aber nicht messbares Phänomen sei. Die Teilnehmenden wurden ein Jahr lang zu ihrer Erschöpfung befragt. Ein jahreszeitlicher Zusammenhang konnte in der Auswertung nicht festgestellt werden.

Ursachen für Symptome hinterfragt

Eine Hypothese für eine Ursache der Frühjahrsmüdigkeit war bisher, dass im Winter, wenn die Tage kürzer sind und es somit länger dunkel bleibt, der Körper vermehrt Melatonin produziere, das auch als Schlafhormon bekannt ist. Es sorgt für Müdigkeit und einen tiefen Schlaf.

Im Frühling, wenn die Tage wieder länger werden, steige hingegen der Serotoninspiegel im Körper. Serotonin ist ein Neurotransmitter, der für mehr Wachheit und gute Stimmung sorgt. Dieser Wechsel könne den Hormonhaushalt vorübergehend aus dem Gleichgewicht bringen und zu Energiemangel, Müdigkeit und Antriebslosigkeit führen. In einem Interview mit der Tagesschau erklärt Chronobiologin Christine Blume hingegen: „Eine Art Überschuss von Melatonin zum Ende des Winters, der uns müde macht und zunächst abgebaut werden muss, gibt es nicht.“

Das hilft bei Abgeschlagenheit

Auch wenn die Studienlage dünn und Frühjahrsmüdigkeit keine anerkannte psychische Belastung oder Krankheit ist, gibt es einfache Maßnahmen, mit denen sich das Frühjahrstief lindern und die Energie zurückgewinnen lässt:

  • Tageslicht und Bewegung: Draußen an der frischen Luft kann man – etwa bei einem Spaziergang oder einer Fahrradtour – Vitamin D tanken. Bewegung regt die Durchblutung an, belebt den Kreislauf und kann Müdigkeit sowie Energiemangel entgegenwirken.
  • Schlafrhythmus beachten: Wer regelmäßig zu festen Zeiten ins Bett geht und aufsteht, unterstützt die innere Uhr, erholt sich besser und kann die Frühjahrsmüdigkeit leichter überwinden.
  • Wechselbäder oder Wechselduschen: Der Wechsel von heißem zu kaltem Wasser trainiert die Gefäße, hält den Blutfluss in Schwung und verhindert, dass der Blutdruck zu stark absinkt.
  • Gesunde Ernährung: Frisches Obst und Gemüse unterstützt den Stoffwechselprozess, während ausreichendes Trinken die Durchblutung fördert und die Konzentration steigert.

Bewegung, feste Schlafenszeiten, frische Luft und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr helfen dem Körper schon enorm. Zusätzlich können ausgewählte Nährstoffe für mehr Energie sorgen.

Mikronährstoffe für mehr Energie

Nicht nur bei Frühjahrsmüdigkeit, sondern generell gilt: Vitamine und Mineralstoffe sind wichtig für den Körper und seine Leistungsfähigkeit. In einer internationalen Studie wurde untersucht, welche Rolle Vitamin B (B1, B2, B3, B5, B6, B8, B9 und B12), Vitamin C, Eisen, Magnesium und Zink für Müdigkeit, Konzentration und kognitive Funktionen spielen:

  • Vitamin B fördert den Energiestoffwechsel
  • Vitamin C schützt Nervenzellen und stärkt das Immunsystem
  • Eisen sorgt für den Sauerstofftransport im Blut
  • Magnesium und Zink unterstützen Muskeln und die Gehirnfunktion

Ist der Körper ausreichend gut mit diesen Mikronährstoffen versorgt, hat das positive Auswirkungen auf seine Leistungsfähigkeit und kann Müdigkeitserscheinungen entgegenwirken. In den meisten Fällen reicht eine abwechslungsreiche Ernährung aus, sodass Nahrungsergänzungsmittel nur bei einem nachgewiesenen Mangel sinnvoll sind. Um eine Überdosierung zu vermeiden, sollten vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln die Blutwerte gecheckt und ärztlicher Rat eingeholt werden.

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