In Zürich stehen 40 Objekte des Designers Alfredo Häberli zu Verkauf

Dass er nicht in der Schweiz geboren wurde, merkt man Alfredo Häberli nicht an. Als er mit 14 Jahren mit seinen Eltern sein Geburtsland Argentinien verließ, war es gedacht als Ausreise auf Zeit. Die Familie zog es zwei Jahre nach dem Militärputsch 1976 nur vorübergehend in die Schweiz. Doch nach drei Jahren wollten Häberli und seine Geschwister nicht mehr zurück. Er blieb, obwohl seine Deutschkenntnisse fürs Designstudium zunächst nicht ausreichten und er an der Höheren Schule für Gestaltung in Zürich deswegen abgelehnt wurde.

Doch Häberli ließ nicht locker. Er wollte unbedingt Designer werden, so wie sein großes Vorbild, der Italiener Achille Castiglioni. Nach einer Lehre zum Hochbauzeichner schaffte er 1991 den Abschluss genau an jener Hochschule – und das mit Auszeichnung. Das ist lange her. Mindestens ein halbes Designerleben.

Häberli arbeitete weiter

Schon vor 25 Jahren hätte sich Häberli, der seine Sätze gerne mit einem sehr schweizerisch klingenden „oder?“ enden lässt, zur Ruhe setzen können. Denn einige seiner frühen Entwürfe, etwa die Glasserie Essence oder auch die bunt gestreifte Geschirrserie Origo, waren überaus erfolgreich. Der finnische Hersteller Iittala produzierte zeitweise Zehntausende der Gläser und Schalen am Tag, so groß war die Nachfrage. Doch Häberli, 1964 in in Buenos Aires geboren, arbeitete weiter. Dutzende von weiteren Erfolgsprodukten sind entstanden, so wurde er über die Jahre zum international bekanntesten Schweizer Designer.

Alfredo Häberli (rechts) mit Jeroen von Rooijen
Alfredo Häberli (rechts) mit Jeroen von RooijenRamona Gschwend

Häberli entwirft aber nicht nur, er sammelt auch leidenschaftlich gerne schöne Dinge. Sein Studio platzt darum aus allen Nähten. Da traf es sich, dass Jeroen van Rooijen selbst Ende der Achtzigerjahre Absolvent der Schule für Gestaltung und heute Journalist sowie Stilexperte, einen kreativen Raum auf Zeit in Zürich geschaffen hat, den Q 27 Market. Dort sind noch bis zum 19. März 40 Objekte aus 40 Jahren aus dem Archiv Häberlis zu sehen und zu kaufen, unter anderem Stühle, Sofas, Sessel, Keramiken und allerlei Kuriositäten.

Achille Castiglioni fehlt natürlich nicht: Von ihm und seinem früh verstorbenen Bruder Pier wird der berühmte Traktorhocker Mezzadro gezeigt, den die beiden 1957 für Zanotta gestalteten.

The AH Archive im Q 27 Market, noch bis zum 19. März, Quellenstraße 27, 8005 Zürich.